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Print vom 26.07.2013

Bundestagswahl 2013: Tageszeitungen setzen mit Wahlwette auf Saarbrücker Erfindung

Zum ersten Mal werden Tageszeitungen über Verlagsgrenzen hinweg gemeinsam ihre Leser befragen, wie die Bundestagswahl im Herbst ausgehen wird.

Salzburg - Dabei setzen die Zeitungen auf eine Technik, die die "Saarbrücker Zeitung" entwickelt hat. 

"Wir haben mit der Wahlwette sehr gute Erfahrungen gemacht", erklärt Peter Stefan Herbst gegenüber Newsroom.de. Der Chefredakteur der "Saarbrücker Zeitung" hat die "Wahlwette" das erste Mal zur Landtagswahl 2009 eingesetzt - mit vollem Erfolg.

Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der "Saarbrücker Zeitung", vereint mit der im Saarland erfunden Wahlwette Tageszeitungen über Verlagsgrenzen hinweg.

Das Ergebnis der Leser war sogar deutlich besser als die Ergebnisse der Profi-Meinungsforscher, die "Süddeutsche Zeitung" lobte anerkennend: "Die Saarländer kennen sich aus in ihrer Heimat - besser zumindest als die Wahlforscher von ARD und ZDF." 

Wie die Wahlwette funktioniert

Die Leser tippen die Prozentwerte der einzelnen Parteien, aus den Einzeltipps errechnet sich die Gesamtprognose. Die Wette funktioniert auf der Annahme der "Schwarmintelligenz": Während der Einzelne vielleicht noch zweifelt, weiß die Gruppe die richtige Antwort. Ein Phänomen, dass auch regelmäßig bei "Wer wird Millionär?" beobachtet werden kann, betont Christian Lauer.

Lauer (45), vom Hause aus Journalist, ist heute Geschäftsführer der Saarbrücker VerlagsService GmbH und verantwortlich für den Online-Bereich. Er freut sich gegenüber Newsroom.de über den Zuspruch, den die Wahlwette, die in Saarbrücken erfunden wurde, auch außerhalb des eigenen Verlages erfährt.

"Da bei Schwarmintelligenz eine möglichst große Teilnehmerzahl die Ergebnisse verbessern sollte, macht ein Netzwerk aus vielen Verlagen Sinn", erklärt Christian Lauer.

Christian Lauer, Geschäftsführer der Saarbrücker VerlagsService GmbH.

Um sich vor Leuten zu schützen, die mehrfach für eine Partei ihre Stimme abgeben wollen, haben Lauer und sein Team die Sicherheit des Programms noch einmal deutlich verbessert - Parteisoldaten sollen daran gehindert werden, die Ergebnisse im Sinne ihrer Partei zu manipulieren.

Wer auf seine Leser setzt

Neben der "Saarbrücker Zeitung" mit an Bord sind aktuell: Zeitungsgruppe Thüringen, "Aachener Zeitung"/"Aachener Nachrichten", "Pirmasenser Zeitung", "Mindener Tageblatt", "WAZ - Der Westen", "Lübecker Nachrichten", "Ostsee-Zeitung", "Zeitungsverlag Schwerin", "Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag", "Lausitzer Rundschau", "Neue Westfälische", Verlagsgruppe Rhein-Main, "Westfalen-Blatt" und der "Pfälzische Merkur".

Start der Wette bei allen Verlagen ist der 1. August.

Die erste Bewährungsprobe außerhalb des Saarlandes hatte die Wahlwette bereis im Jahr 2012 - als "Rheinische Post" und "Neue Westfälische" das Tool zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eingesetzt haben - mit Erfolg.

Bülend Ürük

 

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