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Unternehmen vom 27.06.2012

Murdoch-Biograph: "News Corp will Tageszeitungen verkaufen"

Die angekündigte Aufspaltung von News Corp in ein Unternehmen wird nicht ausreichen, Rupert Murdoch bereitet schon seit Monaten den Verkauf seiner Print-Beteiligungen vor. Das behauptet sein Biograph Michael Wolff.

Berlin - Gestern sind Chefredakteure von Rupert Murdochs Zeitungen nach New York geeilt, um über die Veränderungen im Unternehmen zu sprechen. Offiziell bestätigt wurde ein Bericht in Murdochs eigener Zeitung "Wall Street Journal". Danach sollen die profitablen Film- und Fernsehunternehmen einschließlich den Filmstudios "20th Century Fox" und dem Fernsehsender "Fox News" von den angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen getrennt werden.

Zu den Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlagen gehören neben dem Buchverlag HarperCollins auch die "Wall Street Journal", "New York Post", die "Times of London" (die seit 1981 keinen Gewinn mehr gemacht hat), "The Australian", die "Fiji Times" auf den Fidschi-Inseln, "Papua New Guinea Post-Courier" sowie Magazine wie das "SmartSource Magazine" in den USA oder das "Alpha Magazine" in Australien.

In Deutschland ist die News Corp mit der Nachrichtenagentur "Dow Jones" und dem Wirtschaftsnachrichtenportal Wall Street Deutschland präsent.

Auch die deutschen Mitarbeiter wären von der Aufspaltung des Konzerns in zwei Unternehmen betroffen. Und auch von dem eventuellen Komplettverkauf.

Michael Bloomberg, amtierender Bürgermeister in New York und Eigentümer vom Finanznachrichtendienst Bloomberg, gilt laut Murdoch-Biograph Michael Wolff als möglicher Käufer von Murdochs Blättern. Bloomberg zählt zu den reichsten Männern der USA. Foto: The City of New York

 

Michael Wolff, der mit Murdoch unzählige Stunden für seine Biographie gesprochen hat und als einer der besten News-Corp-Experten der Welt gilt, erwartet die Trennung Murdochs von seinen Printaktivitäten in den nächsten zwölf Monaten; "nicht das, sondern wann der Konzern sich von diesem Geschäftsbereich trenne, sei die Frage", so Wolff.

Explizit die britischen Blätter seien seit der Affäre massiv in Ungnade gefallen, würden die Entwicklung des gesamten Unternehmens massiv behindern, schreibt Wolff in seiner Medienkolumne in der britischen GQ (Juli-Ausgabe).

Als Interessierte kommen laut Wolff drei Käufergruppen in Frage. Da wären einmal einige Verleger in Großbritannien und in Nordamerika, Finanzinvestoren und eine Gruppe, die Wolff als "reiche Amateure" bezeichnet.

Als ein möglicher Käufer gilt Michael Bloomberg. Der amtierende Bürgermeister von New York, einer der reichsten Männer der USA, besitzt den Informationsdiensleister Bloomberg, der weltweit 13.000 Mitarbeiter beschäftigt. In der Wolff-Liste taucht auch die kanadische Thompson-Familie auf, Eigentümer von Thompson Reuters (Nachrichtenagentur Reuters, etc.) und sogar der Mexikaner Carlos Slim, Mit-Eigentümer der "New York Times".

Das der mögliche Käufer viel Geld auf den Tisch legen müsste, ist bekannt. Alleine die britischen Zeitungen sind laut Wolffs Berechnung 320 Millionen Euro wert.

Nachdem am Dienstag offiziell bestätigt wurde, dass der eingefleischte Zeitungs-Fan Rupert Murdoch eine Aufspaltung seines Konzerns überlegt, sprang der Kurs der News Corp.-Aktie um bis zu neun Prozent nach oben. Am Donnerstag soll offiziell erklärt werden, was mit dem Medienkonzern passiert.

Bülend Ürük

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