Unternehmen vom 15.07.2012
Wie schlimm steht es um Radio Bremen?
Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen macht sich Sorgen um die Zukunft der kleinsten ARD-Anstalt. Sender sei aber "unverzichtbar".
Bremen - Der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hofft auf eine „langfristig stabile Finanzierung“ der kleinen ARD-Sender einschließlich Radio Bremen.
Im Nachrichtenmagazin "Focus" kündigte der Regierungschef an, dass sich die Ministerpräsidenten der Länder 2014 mit dieser Frage befassen werden. Böhrnsen räumte ein, dass die „Sichtbarkeit“ von Radio Bremen „geringer“ geworden sei. Jedoch sei der Sender „für uns und Nordwestdeutschland unverzichtbar“.
Dem finanziell angeschlagenen Sender gewährt die ARD für 2013 ein Überbrückungsdarlehen von rund vier Millionen Euro, das erst ab 2018 getilgt werden muss. Für das Jahr 2014 meldete Radio Bremen noch einmal einen Mehrbedarf von ebenfalls rund vier Millionen Euro an. Unabhängig davon erhält die kleinste ARD-Anstalt aus dem internen Finanzausgleich des Senderverbundes 26,1 Millionen Euro jährlich.
Für das Erste Programm liefert Radio Bremen laut "Focus" nur noch 30 Stunden Fernsehen im Jahr, gut eine halbe Stunde pro Woche. Dazu gehören ein bis zwei „Tatort“-Folgen, Porträts für die Reihe „Höchstpersönlich“ sowie einige Reportagen und Dokumentationen.