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(21.05.2013, 16:31)
Frischen Wind in die Lokalberichterstattung in Berlin bringt die "taz". Wie Chefredakteurin Ines Pohl auf NEWSROOM-Anfrage bestätigte, wird die Berlin-Berichterstattung "ordentlich renoviert". Der Startschuss fällt im November. Gute Noten erntet die "taz" bei ihren Lesern, wie eine aufwendige Leserbefragung ergibt, die NEWSROOM vorliegt.
Berlin - Während den Terminhinweisen bislang Tag für Tag viel Platz eingeräumt wird, wandern sie im November in eine wöchentliche Beilage für Kultur und Programm in Berlin, "mit viel Service, aber auch spannenden persönlichen Tipps", so Ines Pohl. Damit konkurriert die "taz" mit den lokalen Mitbewerbern "Berliner Morgenpost", "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung", die ebenfalls einmal in der Woche eine Terminbeilage veröffentlichen.
Allerdings wird die "taz" so unter der Woche dünner. Dafür wird der Berlinteil in der Samstagsausgabe "künftig zwölf Seiten umfassen und mit großen Geschichten und Interviews aufzeigen, was Berlin bewegt. Was sind die Widersprüche des modernen Großstädters, was bewegt die Subkultur, was steht im Zentrum der politischen Debatte? Wir gehen, ganz tazig, dahin wo es wehtut, und wo es Spaß macht", so Ines Pohl.
An diesem Samstag kommt die taz Genossenschaft in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin zusammen. Dort wird die taz-Chefredaktion - Ines Pohl, Reiner Metzger und Sabine am Orde - neue Projekte vorstellen. Dabei soll auch über die Aufwertung der Samstagsausgabe berichtet werden. Über den Relaunch von www.taz.de spricht Nina Schoenian.
Die Weiterentwicklung der Samstagsausgabe spielt für die taz eine ganz entscheidende Rolle für die Zukunft. Denn das Wochenendabo der taz erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Das untermauert auch eine 373 Seiten starke Leserbefragung von Dezember 2011, die von Professor Bernd Blöbaum vom Institut für Kommunikationswissenschaften an der Westfälische Wilhelms-Universität in Münster stammt und die viele interessante Fakten zur Zukunft der Zeitung ans Tageslicht bringt.
So sind die Wochenendabonnenten weiblicher, zehn Jahre jünger als die Vollabonnenten (45 Jahre statt 55 Jahre) und leben öfter auf dem Land und nicht in den Zentren wie Berlin oder Hamburg. Auch interessant - die meisten Wochenendabonnenten haben sich nicht etwa für ein Wochenendabo entschieden, weil es günstiger ist als ein Vollabo, sondern weil sie so wenig Zeit haben.
Und: Wochenendabonnenten interessieren sich häufiger "sehr stark" für Hintergrundberichte (56 Prozent zu 51 Prozent) und Reportagen (47 Prozent zu 33 Prozent).
Die Medienberichterstattung in der Samstagsausgabe finden übrigens "nur" 17 Prozent der Wochenendabonnenten sehr gut, 54 Prozent gut - immer noch exzellente Werte, aber im Vergleicht kommt nur der "Streit der Woche" weniger gut weg.
Bülend Ürük
Bei der "taz" passiert unheimlich viel. Sie haben Informationen, Tipps, Themen? Ihre Einschätzungen - natürlich auch vertraulich - bitte per Mail direkt an chefredaktion@newsroom.de.