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Unternehmen vom 02.10.2012

Washington Post: Traditionszeitung steigt in Gesundheitsbranche ein - Vorbild für deutsche Zeitungsverlage?

Wenn Unternehmensberater oder gestandene Medienexperten über die Zukunft von Zeitungsverlagen sprechen, fordern sie häufig, dass Verleger sich endlich trauen sollen und in andere Branchen investieren. Wer ruft eigentlich mal Schraubenhersteller auf, zum Beispiel in eine Matratzenfabrik zu investieren, wenn sich Schrauben mal schlechter verkaufen?

Berlin - Deutsche Medienhäuser setzen sich jetzt schon länger mit Möglichkeiten auseinander, außerhalb der eigenen Branche zu investieren. Ein Beispiel ist die "Rheinische Post". Der Düsseldorfer Verlag, in Kürze neuer Mehrheitseigentümer der "Saarbrücker Zeitung", besitzt auch Anteile an einer Internationalen Schule im Rheinland (fünf Prozent). So weit wie die "Washington Post" haben es die deutschen Verleger aber noch nicht gebracht.

Die "Washington Post" erschien das erste Mal am 6. Dezember 1877. Rund 740 Journalisten arbeiten noch heute für die älteste US-Hauptstadtzeitung, deren Konkurrentinnen die "New York Times" und das "Wall Street Journal" sind. Verleger Donald Graham gibt mit der "Washington Post Company" neben dem Traditionsblatt noch einige weitere Zeitungen heraus; zudem gehören noch verschiedene Fernsehsender und das Bildungsunternehmen Kaplan zum Firmen-Portfolio. Weltruhm erlangte das Blatt durch die Aufdeckung der Watergate-Affäre, die beiden Post-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein sind noch heute Thema in jeder Journalistenschule.

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Ganz neu ist das Engagement des Medienhauses im Bereich der Gesundheitspflege. Am Montag bestätigte das Unternehmen in einer Presseaussendung, dass es die Mehrheit an einem regionalen Gesundheitspflegedienst übernommen hat. "Celtic Healthcare" kümmert sich um Patienten in Pennsylvania, Ohio und Maryland. Laut Verleger Donald E. Graham ist die Übernahme Teil der Strategie, in erfolgreiche, branchenfremde Unternehmen zu investieren, um das Überleben der "Washington Post" auch in der Zukunft zu garantieren. Graham nannte keinen Kaufpreis für das Unternehmen.

Für die "Washington Post" ist es der erste Vorstoß, um in der boomenden Gesundheitsbranche Fuß zu fassen.

Bülend Ürük

Würde eigentlich etwas dagegen sprechen, wenn zum Beispiel ein deutscher Zeitungsverlag, der ja auch schon eine Gesundheitsbeilage veröffentlicht und vielleicht ebenfalls einen Gesundheitstag für seine Leserinnen und Leser organisiert, auch im Gesundheitssektor aktiv werden würde und das örtliche Krankenhaus, das Ärztehaus oder einen Pflegedienst übernimmt. Was meinen Sie? Gibt es auch Branchen, wo sich Medienhäuser fern halten sollten? Welche? Und warum? Wir freuen uns über Ihre Zuschrift an redaktion@newsroom.de.

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