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Print vom 22.10.2012

Was für eine Sprache: Wie das "Manager Magazin" die "reicheren Reichen" und die "ärmeren Reichen" würdigt

Wer nicht drin ist, will rein. Und wer drin ist, will wissen, wie viel er angeblich besitzt. "Die 500 reichsten Deutschen" ist das erfolgreichste Neid-Magazin in Deutschland. Ihren Erfolg macht die besondere Sprache aus, die ihr Geschäftsführender Redakteur Klaus Boldt geprägt hat.

New York - Für seine exzellenten und bissigen Mediengeschichten ist der exzellent verdrahtete Journalist Klaus Boldt bekannt. Der Autor, der als Korrespondent für das "Manager Magazin" von New York aus arbeitet, hat in die oft mühsame Wirtschaftsberichterstattung eine ganz besondere, eine schwurbelige, eine leichte Sprache eingeführt.

Die "500 reichsten Deutschen" sind natürlich streng aufgeteilt - in die "reicheren Reichen" und die "ärmeren Reichen". Man mag sich gar nicht ausdenken, wie genervt die Ehefrauen der Multimillionäre reagieren, wenn ihr Mann es nicht in die Top 100 geschafft hat!

Kleine sprachliche Kunstwerke sind die Bildzeilen, von denen wir die 14 schönsten Unterzeilen ausgewählt haben:

1. Ferdinand Piëch (hält einen seiner gefürchteten Magnet-Monologe, Wolfgang Porsche sieht sich hilflos ausgeliefert)

2. Wer Hans Riegel zehn Kilo Kastanien schenkt, erhält ein Kilo Gummibären

3. Getarnt und von Doubles abgeschirmt lächelt Müller den Hinterausgang frei

4. Die Kellerhälse (l.) mit Ina-Herrscherin Maria-Elisabeht Schaeffler und Sohn Georg, einem bedeutenden Skeptiker

5. Chemiehandelsherr Dieter Schnabel ohne Helm auf Kirchturmhöhe

6. Faschingsprinzessin Anja I. mit Antennen-Toni und symbolhaft geöffnetem Kofferraum

7. Gabriele Henkel, Meisterin im Tischdecken, und Julia Stoschek stehen sich wohlwollend gegenüber

8. Wie sich Axel Schweitzer fühlt, muss jeder mit sich selbst ausmachen

9. Paul Gauselmann, abgeklärt eine bizarre Pappkameradin missachtend

10. Evi Brandl, Mannequin Kurková mit knurrendem Magen zur Wurstbar führend

11. Dieter Becker (r. mit Architekt Hadi Teherani) in aufgeknöpfre "Öl!"-Laune

12. Verleger, Lyrik-Kumpel und Starkzweifler - Dirk Ippen, ein strenger Protestant und Zeitungsmann

13. Fluch trendiger Baukunst: Beim Flaschendrehen muss Niels Hansen stehen

14. Hubertine Underberg blickt stark geradeaus

Alleine für die wunderschönen, teils absurden Bildzeilen würden sich für das Heft auch zehn Euro lohnen (aktueller Preis: 8,50 Euro).

Bülend Ürük

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