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Unternehmen vom 18.01.2013

"Westfälische Rundschau": Betriebsrat protestiert mit Offenem Brief gegen WAZ-Pläne

Mit einem Offenen Brief protestiert der Betriebsrat der "Westfälischen Rundschau" gegen die Entlassung der WR-Redaktion.

Dortmund - Uwe Tonscheidt, Heinz-G. Lützenberger, Manja Franke, Susanne Schulte, Christina Römer, Alexander Völkel und Rüdiger Kahlke haben als Betriebsräte den Appell unterzeichnet und ihm den Titel "Noch besteht die Chance: Schließung rückgängig machen" gegeben. NEWSROOM dokumentiert das Schreiben im Original.

Offener Brief Noch besteht die Chance: Schließung rückgängig machen

Sehr geehrter Herr Braun,
sehr geehrter Herr Nienhaus,
sehr geehrter Herr Ziegler!

Der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau fordert Sie auf, die angekündigte Schließung der WR-Redaktionen wieder rückgängig zu machen, noch besteht die Chance dazu. 

Nach Ihrer Schließungs-Mitteilung am Dienstag sind weit über 10.000 Solidaritätsadressen mit den Beschäftigten beim Betriebsrat und in Internet-Foren der Gewerkschaften eingegangen. Und stündlich kommen neue Proteste und Aufforderungen zur Rettung der Rundschau hinzu.

Als die Betriebsräte der Westfälischen Rundschau mit denen der WAZ, NRZ, WP und WAZ New Media am Mittwoch bei der Personalleitung mündlich einen Wirtschaftsprüfer eingefordert haben, weil wir die genannten Verlustzahlen bezweifeln, hat der Verlag betont, dass die Entscheidung zur Schließung der WR-Redaktion stehe – egal, was ein Wirtschaftsprüfer herausfinden werde. Das bedeutet für uns, dass nicht wirtschaftliche, sondern vielmehr politische Gründe zur Ihrer Schließungs-Entscheidung geführt haben.

Die öffentlichen Reaktionen bestärken den Betriebsrat in der Auffassung, dass politische Hintergründe zu dieser falschen und katastrophalen Entscheidung geführt haben. Diese hat bereits konkrete Auswirkung: Ein desaströses kommunikatives Verhalten hat dazu geführt, dass im Dortmunder Raum Anzeigenkunden nicht verstehen, dass die Redaktion geschlossen wird, das Anzeigengeschäft aber bestehen bleiben solle. Mittlerweile belaufen sich aufgrund etlicher Stornierungen die Verluste in Millionenhöhe, unseren Informationen nach. Daher unsere eindringliche Forderung: Machen Sie die Schließung rückgängig, noch besteht die Chance dazu.

Sehr geehrte Herren, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WR-Redaktion eine ausgesprochen engagierte Belegschaft sind, haben insbesondere die vergangenen Tage gezeigt. Die WR-Ausgaben erscheinen in gewohnten Umfängen und in gewohnten Qualitäten. Das wäre auch in Zukunft so. Ein weiterer Grund zur eindringlichen Forderung: Machen Sie die Schließung rückgängig, noch besteht die Chance dazu.

Und: Der Verlag hat dem Betriebsrat die Chance verwehrt, alternative Vorschläge zum Stellenabbau zu unterbreiten. Das steht uns gesetzlich zu. Es gäbe Alternativen, was Gespräche des BR mit der Chefredaktion gezeigt haben. Ein Grund mehr zur eindringlichen Forderung: Machen Sie die Schließung rückgängig, noch besteht die Chance dazu.

Für den zurzeit tagenden Betriebsrat

Uwe Tonscheidt, Heinz-G. Lützenberger,
Manja Franke, Susanne Schulte, Christina Römer,
Alexander Völkel und Rüdiger Kahlke

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