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Prozess gegen Dündar wegen angeblicher Terrorunterstützung vertagt

Dem früheren Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ und dem Hauptstadtbüroleiter, Erdem Gül, drohen im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

Istanbul(dpa) − Der Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen den früheren Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, ist kurz nach Verhandlungsbeginn vertagt worden. Das zuständige Gericht in Istanbul setzte den neuen Termin auf den 1. März, wie einer seiner Anwälte, Abbas Yalcin, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte.

Dündar und dem Hauptstadtbüroleiter der Zeitung, Erdem Gül, drohen im Fall einer Verurteilung wegen der Unterstützung einer „bewaffneten Terrororganisation“ bis zu zehn Jahre Haft. Ebenfalls angeklagt ist ein Abgeordneter der Mitte-Links Partei CHP, Enis Berberoglu.

Der Prozess war von einem Verfahren abgetrennt worden, bei dem Dündar und Gül im Mai wegen Geheimnisverrats zu fünf Jahren und zehn Monaten beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt worden waren.

Grundlage für die Prozesse ist die Veröffentlichung geheimer Dokumente in der „Cumhuriyet“, die türkische Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien 2015 belegen sollen. Gegen das Urteil haben Dündar und Gül Berufung eingelegt. Dündar hält sich zurzeit in Deutschland auf.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, gemeinsame Sache mit der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gemacht zu haben, den die Regierung für den Putschversuch in der Türkei Mitte Juli verantwortlich macht.

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