Vermischtes
dpa

Datenklau: Verdächtiger nutzte Sicherheitslücken aus

Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen.

Wiesbaden (dpa) − Der nach dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente vorübergehend festgenommene 20-Jährige hat nach Erkenntnis der Ermittler mehrere Sicherheitslücken ausgenutzt. Für die Tat sei ein „gewisser technischer Sachverstand“ nötig gewesen, sagte der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Georg Ungefuk, am Dienstag in Wiesbaden. Einige Sicherheitslücken seien inzwischen geschlossen worden.

Dem jungen Mann sei es durch „ausgeklügelte Vorgehensweise“ gelungen, die Daten auszuspähen. Es habe nicht nur eine, sondern mehrere Ausspähaktionen gegeben, vor allem im Jahr 2018. Zudem habe er Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen.

Bei den Durchsuchungen habe es keine Hinweise auf eine politische Motivation für die Taten gegeben, diese Frage sei aber noch nicht abschließend geklärt.

Der verdächtige 20-Jährige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.