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dpa

Streit um Gedenken an ermordete Journalistin auf Malta

Seit dem Tod Caruana Galizias klebten Menschen Bilder und Inschriften an ein Denkmal. Nun sperrten die Behörden das Denkmal mit einem Bauzaun ab

Valletta (dpa) − Das Gedenken an die ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta sorgt für Streit auf der Mittelmeerinsel. Anhänger und Angehörige protestierten am Sonntag gegen eine Entscheidung der Behörden, eine improvisierte Gedenkstätte abzusperren. Sie hängten an sieben Denkmälern quer über die Insel Fotos und Poster der Ermordeten auf.

Caruana Galizia, die sich als konfliktfreudige Bloggerin im kleinsten EU-Land viele Feinde gemacht hatte, war am 16. Oktober 2017 mit einer ferngesteuerten Autobombe getötet worden, als sie gerade von ihrem Haus in Bidnija losfuhr. Sie wurde 53 Jahre alt. Drei Männer wurden als Täter angeklagt, die Hintermänner bleiben im Dunkeln.

Nach der Ermordung war das Denkmal am Platz der Großen Belagerung in Valletta zum Erinnerungsort geworden. Das Monument vor der Kathedrale erinnert an den erfolgreichen Verteidigungskampf der Malteserritter gegen die Türken 1565. Seit dem Tod Caruana Galizias klebten Menschen Bilder und Inschriften an den Denkmalssockel und stellten Blumenvasen oder Kerzen auf. Nun sperrten die Behörden das Denkmal mit einem Bauzaun ab − für eine „Restaurierung“, wie es hieß. Dies sei ein Beweis, dass die Regierenden Daphne Caruana Galizia selbst nach ihrer Ermordung bekämpften, schrieb die Gruppe „Resistenza Malta“. „Sie wollen das kollektive Gedächtnis der Nation auslöschen.»

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