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Vermischtes vom 19.12.2012

Was die Sterne sagen: So wird das Jahr 2013 für Journalisten und Medienmacher

Wie das Jahr 2013 für Journalisten und Medienmacher wird? "Schauderhaft", scherzt Maximilian Buddenbohm. Der gebürtige Lübecker muss es wissen, er hat Astrologie ganz klassisch erlernt und hat exklusiv für NEWSROOM aufgeschrieben, worauf sich Journalistinnen und Journalisten, die Medienmacher in Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz einstellen sollten.

Berlin - Ab Donnerstag veröffentlichen wir Sternzeichen für Sternzeichen, was die Medienmacher im kommenden Jahr erwartet - unser Geschenk an unsere treuen Leserinnen und Leser für ein aufregendes und erfolgreiches Jahr und ein Ausblick in die Zukunft.

Vorab haben wir mit unserem Astrologen Maximilian Buddenbohm ein doch durchaus recht heiteres Gespräch geführt.

Buchautor Maximilian Buddenbohm hat für NEWSROOM den Blick in die Sterne gewagt. Ab Donnerstag verraten wir exklusiv, wie 2013 für Journalisten und Medienmacher wird. Unser Geschenk an unsere Leserinnen und Leser für ein erfolgreiches und vor allem aufregendes Jahr!

NEWSROOM: Warum sind Leser heute noch begeistert von Horoskopen?

Maximilian Buddenbohm: Das ist wie beim Chinesen, wo jeder irgendwie hofft, nach dem Essen noch den richtigen Glückskeks zu erwischen. Der Mensch hofft permanent auf ein kleines Schicksalsgeschenk, und das kann eben auch schon ein aufmunternder Satz in einem Horoskoptext oder in einem Keks sein. Keiner glaubt ernsthaft, dass der Prinz wirklich kommt, keiner glaubt, dass er tatsächlich bald unvorstellbar reich wird – aber jeder will es doch hören. Und jeder Mensch ist ein Egozentriker, der möchte dass dieser, genau dieser Löwe-Text da jetzt exakt für ihn passt, dass ich ihn nur für ihn geschrieben habe. Alle meine Freunde zum Beispiel sind felsenfest überzeugt, dass ich genau sie mit den Texten meine, dass ich beim Schreiben nur an sie denke. Selbst die, deren Sternzeichen ich gar nicht weiß oder längst wieder vergessen habe. Ich habe es aufgegeben, das den Leuten auszureden. Es gibt Menschen, die mir stundenlang erklären können, warum Astrologie Quark ist. Und mich dann zum Abschied fragen, wie das nächste Jahr wird. Es sitzt tief.

NEWSROOM: Wie sieht das Jahr 2013 generell aus für Journalisten und Medienmacher?

Maximilian Buddenbohm: Schauderhaft, wie allseits bekannt. Aber das Schöne an Krisen ist immerhin, dass oft ganz andere Typen zu Gewinnern werden, nicht mehr die üblichen Verdächtigen aus den fetten Jahren. Irgendeinen Vorteil muss das alles ja auch haben.

NEWSROOM: Wenn mein Horoskop nicht so ausfallen sollte, wie ich es mir vorstelle - was kann ich dagegen tun?

Maximilian Buddenbohm, geboren 1966 in Lübeck, hat längere Zeit in Travemünde gelebt. Nach dem Abitur Studium des Bibliothekswesens in Hamburg. Arbeitet als Controller und Autor, führt mit seiner Frau eine kleine Internetfirma und bloggt seit acht Jahren sehr erfolgreich unter HerzDamenGeschichten über sein Leben, seine Frau und seine Söhne. Schreibt Kolumnen für Zeitungen und auch Bücher, zum Beispiel "Zwei, drei, vier: Wie ich eine Familie wurde", "Marmelade im Zonenrandgebiet: Geschichten übers Erwachsenwerden", "Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein: Eine Strandjugend" oder "Das Rosinenbrötchen oder "Es ist alles nur eine Phase".

Maximilian Buddenbohm: Es ist ein freies Land – beweisen Sie uns und Ihnen, dass es alles nicht stimmt, dass alles besser kommt, besser geht, besser wird. Wirklich, das ist eine sehr gute Idee.

NEWSROOM: Sie erstellen seit Jahren Horoskope. Wie sind die Reaktionen der Leser?

Maximilian Buddenbohm: Ich erstelle ja nicht irgendwelche Horoskope, sondern satirisch verfremdete. Ich spiele mit den Grundmustern der klassischen Horoskopspalte in der Tageszeitung und verändere den typisch salbadernden Ton der Sternenonkel in einen sarkastischen Angriff. Das entsetzt natürlich all die Leser, die generell keinen Humor verstehen. Das begeistert aber genug andere, die genau diese Ironie lieben. Und von denen dann doch noch genug mit der ganz klassischen Erwartungshaltung an die Texte herangehen und endlich, endlich irgendwann gelobt werden wollen. Das ist teils sehr niedlich, besonders bei Jungfrauen und Fischen.

NEWSROOM: Wie groß ist eigentlich der Markt der Horoskopmacher in Deutschland?

Maximilian Buddenbohm: Winzig. Und im humoristischen Bereich bin ich vielleicht sogar der ganze Markt. Wochen- oder Monatshoroskope scheint es sonst nur in bierernst bis lieblich-süß zu geben. Ich habe gerade ein Jahr aus Zeitgründen nichts mehr in dieser Richtung veröffentlicht, weil ein anderes Projekt Vorrang hatte, aber es fehlt den Leuten doch sehr, was mich natürlich freut. Dieser wöchentliche Spaß war für viele Leser schon sehr ritualhaft, das ist für einen Autoren natürlich auch schön. Wenn für 2013 jemand Interesse hat, das wieder in Auftrag zu geben – gerne bei mir melden.

NEWSROOM: Wie kommt man dazu, Horoskope zu erstellen?

Maximilian Buddenbohm: So seltsam es klingt, aber ich habe Astrologie tatsächlich erlernt, ganz klassisch. Ich habe auch vor langer Zeit eine Weile als Astrologe gearbeitet. Wenn man Astrologie nicht kann, dann bekommt man diese Gratwanderung zwischen anarchischer Deutung, Spaß und esoterischer Bravheit nicht hin, die es braucht, um die Leser bei der Stange zu halten. Verblüffend viele Leser kennen sich nämlich ansatzweise in der Astrologie aus, da kann man nicht irgendetwas erzählen, das denkt man nur auf den ersten Blick. Tatsächlich ist immer ganz altmodisches Handwerk dabei.

Mit Maximilian Buddenbohm, Astrologe, Autor und sogar Controller, hat NEWSROOM-Chefredakteur Bülend Ürük gesprochen.

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