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Bereit für mehr Verantwortung? Fünf Signale für den nächsten Karriereschritt

Bereit für mehr Verantwortung? Fünf Signale für den nächsten Karriereschritt Attila Albert

Der Wunsch nach beruflichem Aufstieg begleitet viele ins neue Jahr. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen? Karrierecoach Attila Albert nennt fünf klare Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Sie reif sind für die nächste Karrierestufe.

Berlin – Mit dem Beginn eines neuen Jahres weitet sich immer auch ein wenig der Horizont. Vieles scheint wieder möglich, die kommenden zwölf Monate versprechen neue Chancen. Speziell im beruflichen Kontext verbindet sich damit die Hoffnung auf interessantere Aufgaben, mehr Gestaltungsmöglichkeiten, Anerkennung durch einen respektablen Titel und ein höheres Gehalt bzw. Zusatzleistungen. Laut einer repräsentativen Studie wurde allerdings jeder dritte Arbeitnehmer noch nie befördert – und häufig nicht mangels Qualifikation. Jeder Aufstieg erfordert die innere Bereitschaft, die notwendigen Kompetenzen und dann jemanden, der das erkennt und fördert. Die folgenden fünf Anzeichen deuten darauf hin, dass Sie für eine Fach- oder Führungskarriere bzw. die nächste Karrierestufe bereit sind.

 

Sie gehören zu den Besten im Team

Jedes Team hat stärkere und schwächere Mitglieder. Das lässt sich, will man nicht nur dem allgemeinen Eindruck trauen, anhand objektiver Kriterien feststellen: Wer hat regelmäßig originelle Themen- und Umsetzungsideen, baut tragfähige Kontakte zu Informanten auf, recherchiert exklusive Informationen, liefert seine Beiträge in hoher Qualität und fristgemäß – und erzielt damit überdurchschnittliche Ergebnisse (z. B. Titelplatzierungen, hohe Aufruf- und Konvertierungsraten, Zitate in anderen Medien)? Gehören Sie in mehreren Bereichen dauerhaft zu den Besten, verschafft Ihnen das viele Erfolge, die Ihnen auch nicht sehr schwerfallen. Es zeigt aber auch, dass Sie in einer „zu niedrigen Liga spielen“.

 

Ihr Job ist inzwischen vor allem Routine

Es ist angenehm, wenn man den eigenen Job inzwischen so gut beherrscht, dass er nur noch wenig Mühe macht. Man kennt die Aufgaben, Anforderungen und alle Beteiligten. Die Produktionsabläufe hat man schon unzählige Male mitgemacht und bleibt daher ziemlich entspannt, wenn andere an ihre Grenzen geraten. Solch eine professionelle Routine – von wenigen Stresstagen abgesehen – zeigt allerdings auch, dass Sie nicht mehr herausgefordert werden und sich daher kaum weiterentwickeln. Es besteht sogar das Risiko, dass Sie langfristig schwächer werden, wenn Sie nicht mehr mit vollem Einsatz dabei sind, weil Sie das alles eigentlich gar nicht mehr so interessiert.

 

Sie erhalten überraschende Angebote

Ein weiteres Anzeichen sind unerwartete Anfragen von Vorgesetzten, von Führungskräften anderer Unternehmen oder von Personalvermittlern („Headhuntern“), ob Sie sich eine höhere Führungsaufgabe vorstellen könnten. Beispiel: Sie sind bisher als verantwortlicher Redakteur tätig, werden aber nun als möglicher Chefredakteur ins Gespräch gebracht. Derartige Anfragen basieren immer auf einer vorherigen Recherche zu Ihrem Profil und Berufsweg, zumindest einem Blick auf Ihren Lebenslauf (z. B. LinkedIn), sowie auf Rückmeldungen aus der Branche. Dass man Sie berücksichtigt, zeigt, dass andere in Ihnen mehr Potenzial sehen, als Sie bisher selbst realisiert oder überhaupt erkannt haben.

 

Andere fragen schon, wann Sie gehen

Gar nicht so selten kommt es vor, dass Medienprofis mit Aufstiegspotenzial zuerst von anderen darauf angesprochen werden, wann sie sich denn verändern wollen. „Was machst du eigentlich noch bei uns?“, fragt der direkte Vorgesetzte vielleicht ehrlich interessiert und höchstens besorgt, wer bei einem Wechsel Ihre Aufgaben übernehmen könnte. „Du willst doch sicher auch nicht ewig hier bleiben“, merkt ein Kollege eher nebenbei an. Dass es so kommen wird, sehen sie als gesetzt an und fragen sich nur, wann genau es soweit sein wird. Die Selbstverständlichkeit dieser Erwartungen zeigt: Das Fremdbild (wie andere Sie sehen) ist bereits weiter als Ihr Selbstbild (wie Sie sich bisher selbst einschätzen).

 

Sie haben auch schon darüber nachgedacht

Wenn Sie sich bereits regelmäßig vorstellen oder sogar detailliert ausmalen, wie es wohl in einer höheren Position wäre (z. B. selbst Chefredakteur zu sein), ist das ein weiteres Anzeichen dafür, dass Sie bereit sind für einen Aufstieg – umso mehr, wenn Sie bereits Schritte in diese Richtung unternommen haben (z. B. Weiterbildungen für angehende Führungskräfte). Jeder Erfolg wird zuerst gedanklich vorweggenommen. Das ist mehr als Tagträumerei, sondern motiviert und erhöht Ihre Chancen, Ihr Ziel zu erreichen oder sich ihm schrittweise zu nähern (z. B. zunächst Ressortleiter oder stellvertretender Chefredakteur zu werden). Hier zeigt sich, dass sich Ihre beruflichen Vorstellungen bereits auf ein konkretes Ziel richten.

 

Immer besteht die Gefahr, sich selbst falsch einzuschätzen und die eigenen Aufstiegschancen zu optimistisch oder zu pessimistisch zu bewerten. Eine fachkundige, neutrale Einschätzung (z. B. durch einen Mentor, Karriereberater oder Coach) verhilft zu einem realistischen Blick auf das eigene Profil, auf möglicherweise noch nicht erkannte Stärken sowie auf Lücken bei Kompetenzen oder Erfahrungen. Im Einzelfall können sehr souveräne direkte Vorgesetzte diese Rolle übernehmen, oft bestehen hier jedoch Interessenkonflikte (z. B. wenn ein Chef abrät, weil er einen guten Mitarbeiter nicht verlieren will). Wer aufsteigen will, braucht Verbündete – sollte allerdings nie auf die Erlaubnis anderer warten.

 

Zur vergangenen Kolumne: Wie Medienprofis durch 2026 kommen

 

Zum Autor: Attila Albert (geb. 1972) begleitet Medienprofis bei beruflichen Veränderungen. Er hat mehr als 25 Jahre journalistisch gearbeitet, u.a. bei der Freien Presse, bei Axel Springer und Ringier. Begleitend studierte er BWL, Webentwicklung und absolvierte eine Coaching-Ausbildung in den USA.

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