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„Die 500“: Anne Klesse hat den Wächterpreis der Tagespresse gewonnen

Wer sind die Kolleginnen, die die Medien bewegen? Newsroom.de präsentiert „Die 500“, Medienmacherinnen aus den verschiedenen Bereichen, bei denen Leidenschaft für Medien mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zusammenkommt. Dazu gehört Anne Klesse.

Berlin - "Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen, es muss nur jemand fragen und zuhören", sagt Anne Klesse.

Zur Person: Anne Klesse, 36, Redakteurin der Welt-Gruppe.

 


"Die Fernsehreportagen von Antonia Rados", sagt Anne Klesse, "brachten mich auf die Idee, Journalistin zu werden."

 

 

Ausbildungsweg und berufliche Stationen

Abitur in Schleswig-Holstein, Studium in Lüneburg und Denpasar, Diplom der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Reporterin beim Hamburger Abendblatt, Volontariat an der Axel Springer Journalistenschule (Stationen bei Hamburger Abendblatt, Bild, Spiegel TV), Redakteurin bei Welt-Gruppe/Berliner Morgenpost (Reporterteam, ausserdem verantwortlich für das wöchentliche Magazin der Berliner Morgenpost "Leben"). Längere Auslandsaufenthalte (Studium/Arbeit) in Spanien, Indonesien, Türkei und Australien.

 

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Auszeichnungen

Wächterpreis der Tagespresse, Antonius-Funke-Preis des Katholischen Pressebundes, Robert-Bosch Journalistenpreis u.a.

Welche Erwartungen standen am Auftakt Ihrer beruflichen Laufbahn?

Anne Klesse: Die Fernsehreportagen von Antonia Rados brachten mich auf die Idee, Journalistin zu werden. Vom Krieg berichten, den Blick der Welt auf die dunklen Orte lenken - das war das Ziel. Nach der Diplomarbeit über "Wirklichkeitskonstruktion und Realität in der Kriegsberichterstattung" ließ ich mich dafür sogar im Rahmen eines Lehrgangs der Bundeswehr im Wald entführen und mit vorgehaltener Waffe stundenlang verhören. Doch dann, während des Einsatzes in den Redaktionen von Manager Magazin Online, Hamburger Abendblatt, Bild, Welt und Berliner Morgenpost waren die Krisen im Ausland für mich wieder weit weg und plötzlich war da die Erkenntnis: Auch in Deutschland gibt es dunkle Orte, leben Menschen in erbärmlichen Zuständen, lohnt es, näher hinzuschauen.

Was bewegt und motiviert Sie heute in Ihrem Beruf?

Anne Klesse: Ich schreibe vor allem und am liebsten lange Reportagen und Porträts. Ich behaupte, dass jeder Mensch eine Geschichte zu erzählen hat, es muss nur jemand fragen und zuhören. Realität abbilden und Hintergründe erklären. Fragen, zuhören, beobachten, fühlen, daraus ein Bild mit Worten malen. Mit Anstand, der nötigen Nähe und dem nötigen Abstand. Und am Ende wieder gehen. Eine große, eine großartige Aufgabe.

Wer wäre Ihre Wunschverabredung für ein Geschäftsessen? Was stünde ganz oben auf der Gesprächsagenda? 

Anne KlesseAntonia Rados natürlich. Somalia, Kosovo, Iran, Irak, Afghanistan - hat sie immer alle Geschichten erzählt? Oder gibt es Geschichten, die niemals erzählt werden können? Ist die Berichterstattung dann trotzdem Realität? Welche Geschichten gingen ihr besonders ans Herz? Und wie schafft sie es, am Ende zu gehen?

Ein Meilenstein meines bisherigen Lebens war...

Anne Klesse: … die Geburt meines Sohnes.

 

Newsroom.de präsentiert im Rahmen der Aktion "Die 500" engagierte Medienfrauen aus Journalismus, Verlagswesen, Medienmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, PR und Marketing, aus Print, TV, Web und Hörfunk. Ein Baustein für den Erfolg von Frauen in der Medienbranche ist auch ihre Sichtbarkeit. Diese Sichtbarkeit der Medienmacherinnen wollen wir mit "Die 500" steigern.

 

 

Man sagt mir nach, ich sei...

Anne Klesse: … witzig.

Frauen sind ... 

Anne Klesse: … ... die Hälfte der Gesellschaft.

Die Fragen an Anne Klesse stellte Newsroom.de-Chefredakteur Bülend Ürük.

 

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