Journalistenpreise
DDP

"General-Anzeiger"-Journalisten erhalten den Wächterpreis 2010

Den mit 12 000 Euro dotierten Preis erhalten die Journalisten Lisa Inhoffen, Rita Klein, Bettina Köhl, Bernd Leyendecker, Florian Ludwig und Wolfgang Wiedlich.

Bad Vilbel (ddp). Der Wächterpreis der Tagespresse 2010 geht an ein Redaktionsteam des Bonner "General-Anzeigers" für eine Serie über Missstände bei dem Projekt "World Conference Center Bonn". Den mit 12 000 Euro dotierten Preis erhalten die Journalisten Lisa Inhoffen, Rita Klein, Bettina Köhl, Bernd Leyendecker, Florian Ludwig und Wolfgang Wiedlich, wie die Stiftung Freiheit der Presse am Donnerstag in Bad Vilbel mitteilte. Die sechs Autoren machten "eine Fülle von Fehlentwicklungen, Leichtfertigkeiten und Verschwendung" bei dem Projekt der Stadt Bonn sichtbar, hieß es in der Begründung der Jury.

Der mit 8000 Euro dotierte zweite Preis geht an Christine Kröger. Die "Weser-Kurier"-Redakteurin wurde von der Jury für ihre Recherchen im Rockermilieu ausgezeichnet. Kröger stieß den Angaben zufolge bei der Begleitung eines Strafverfahrens um Mitglieder der "Hells Angels" und "Bandidos" auf Verbindungen zur organisierten Kriminalität sowie gleichzeitig "auf die Verharmlosung dieses Phänomens durch die zuständigen Behörden".

Mit dem dritten Preis wird Roland Kirbach von der "Zeit" unter anderem für seine verständliche Darstellung des sogenannten Cross-Border-Leasings und dessen Folgen geehrt. Den Wächterpreis für Volontäre bekommt Steven Hanke von der "Märkischen Allgemeinen". Er untersuchte die Verteilung von Bußgeldeinnahmen durch Richter und Staatsanwälte. Anhand der Empfängerlisten warf Hanke in seinem Artikel die Frage nach den Kriterien für die Auswahl der Empfängerorganisationen auf.

Die Auszeichnungen werden am 5. Mai in Frankfurt am Main überreicht. Der Wächterpreis wird zum 41. Mal verliehen und gilt als eine der bundesweit wichtigsten Auszeichnungen für herausragende journalistische Arbeiten.