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NEWSROOM, AFP

Acht Millionen schauen auf Youtube Rekordsprung: "Das ist unsere Mondlandung"

Mit dem Rekordsprung aus der Stratosphäre hat der Österreicher Felix Baumgartner auch bei Youtube einen Weltrekord aufgestellt. Acht Millionen Menschen weltweit haben auf Youtube gesehen, wie der 43-Jährige aus seiner Kapsel in rund 39 Kilometer Höhe sprang. Noch nie haben so viele Menschen zeitgleich ein Live-Event gesehen.

Los Angeles (AFP, NEWSROOM) - Der Extremsportler Felix Baumgartner ist am Sonntag nach einem Rekordsprung aus rund 39 Kilometern Höhe sicher in der Wüste Neu-Mexikos gelandet. Der 43-jährige Österreicher sprang kurz nach 20 Uhr MESZ von seiner Kapsel aus los, mit der er an einem Heliumballon aufgestiegen war.

Der Sprung begann im freien Fall und hatte dem Team zufolge zeitweise Überschallgeschwindigkeit. Baumgartner erreichte in der Phase des freien Falls eine Spitzengeschwindigkeit von 706 Meilen (1137 Stundenkilometer). Sein Ballon war über die ursprünglich angekündigte Maximalhöhe von rund 37 Kilometern hinaus weiter aufgestiegen. Die genaue Absprunghöhe lag nach Angaben der Team-Sprecherin Sarah Anderson bei 128.097 Fuß. Der freie Fall habe vier Minuten und 19 Sekunden betragen, sagte Anderson. Dies sei kein Rekordwert. Der Aufstieg mit dem Spezialballon begann um 09.30 Uhr Ortszeit (17.30 Uhr MESZ), der Absprung erfolgte einige Minuten nach 20.00 Uhr MESZ.

Dem waghalsigen Absprung ging ein umfangreicher Sicherheits-Check voraus. Zu den größten Gefahren zählte, dass Baumgartner im freien Fall das Bewusstsein hätte verlieren können. Auch sein Anzug hätte unter der extremen Belastung reißen können, was das Blut des Extremsportlers zum Kochen gebracht hätte. Der Rekordflug verlief weitgehend problemlos. Nie zuvor war ein Mensch mit einem Ballon so hoch aufgestiegen, nie zuvor aus einer solchen Höhe frei zur Erde herabgesprungen. Während der Aufstiegsphase trat ein kleineres Problem auf: Am Schutzhelm Baumgartners fiel die Klimatisierung aus, so dass die Sicht leicht beschlug. Gemeinsam mit seinem Team am Boden entschied Baumgartner, dass dies Problem zu geringfügig sei, um von den Planungen abzuweichen.

Baumgartner trainierte fünf Jahre für den Sprung. In der vergangenen Woche war ein erster Anlauf zu dem Rekordflug kurzfristig abgesagt worden, weil die Wetterbedingungen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurden. Zu den rund einhundert Mitgliedern der Bodenstation zählte der frühere Luftwaffenoberst Joe Kittinger, der 1960 mit einem Sprung aus mehr als 31 Kilometern einen Weltrekord aufstellte. Kittinger wünschte Baumgartner per Funk kurz vor dem Absprung, er möge von einem "Schutzengel" begleitet werden. Baumgartner absolvierte bereits mehrere spektakuläre Stürze.

Unter anderem sprang er vom mehr als 500 Meter hohen Turm T 101 Taipeh und von der Christusstatue in Rio de Janeiro. 2003 überquerte er den Ärmelkanal im Gleitflug mit Flügeln aus Karbonfasern.

Solch eine Aufmerksamkeit wie für diesen Weltrekord bekommt auch Brausenhersteller Red Bull, der den Sprung finanzierte, nicht jeden Tag. Alleine auf Youtube schauten acht Millionen Nutzer zeitgleich den Livestream. Für einige Medienfachleute hat der Dienst, der zu Google gehört, damit seinen Sprung zum Massenerfolg auch als Live-Medium gemeistert. Auf Youtube sagte ein Nutzer, dass der Weltrekord "unsere Mondlandung" sei.

 

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