Leute
DPA

Jan Metzger wird neuer Intendant bei Radio Bremen

Er wurde vom Rundfunkrat mit 25 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.

Bremen (dpa) - Der Leiter der ZDF-Redaktion "heute journal", Jan Metzger, wird neuer Intendant von Radio Bremen. Er wurde vom Rundfunkrat mit 25 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt, sagte am Donnerstagabend die Rundfunkratsvorsitzende Eva-Maria Lemke-Schulte in Bremen. Der 53-Jährige tritt am 1. August die Nachfolge von Heinz Glässgen an. Glässgen stand seit Oktober 1999 an der Spitze der kleinsten ARD-Anstalt. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni.

Metzger bezeichnete den Sender als "ein kleines, ein schnelles und ein hochmodernes Schiff" nach der Verschlankung in den vergangenen Jahren. "Wir wollen als kleiner Sender diesen Vorsprung nutzen." Radio Bremen produziere schon heute so sparsam, wie es die anderen Sender in den kommenden Jahren auch tun müssten.

Als vordringlichste Aufgabe bezeichnete er die Sicherung der Finanzierung des Senders. Zudem sollten neue Angebote entwickelt werden. "Der Sender muss wieder zu einer sichtbaren, deutlichen Rolle in der ARD finden", sagte der 53-Jährige. Es müsse eine Nische gefunden werden, in der Radio Bremen wieder herausrage. Zudem müssten Programme für junge Leute gefunden werden, die von den Öffentlich Rechtlichen teilweise kaum noch erreicht würden. Seinen Weggang vom ZDF bedauerte er. "Aber die Vorstellung, Intendant bei Radio Bremen zu sein, ist noch schöner."

   Metzger hat bereits Erfahrungen als Fernsehjournalist, Hörfunk- Korrespondent und Buchautor. Seine journalistische Laufbahn startete er 1983 beim Hessischen Rundfunk mit einem Volontariat beim Hörfunk. Sei Beginn dieses Jahres ist er Redaktionsleiter des "heute journal" beim ZDF.

   Die Vorsitzende des Rundfunkrates Lemke-Schulte sagte zur Wahl Metzgers, er gelte als kompetent, teamfähig und durchsetzungsstark. Wichtig sei seine programmliche wie auch seine finanzwirtschaftliche Kompetenz gewesen. Für die Intendanz habe es insgesamt 20 Bewerbungen gegeben.

    Unter dem derzeitigen Intendanten Glässgen musste der Sender aufgrund umfassender Sparmaßnahmen umstrukturiert werden. Die Standorte von Hörfunk und Fernsehen wurden in einem neuen, mit einer einmaligen Hilfe der ARD finanzierten Sendezentrum zusammengelegt. Die Produktion von Radio und TV mit 150 Stellen wurde in eine Tochterfirma ausgegliedert. Nach wie vor plagen die kleinste ARD- Sendeanstalt Finanznöte, die sich nicht zuletzt aufgrund mangelnder Gebühreneinnahmen wegen der Wirtschaftskrise nach Senderangaben noch verschärfen könnten.