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Michael Klein: "FAZ-Korrespondent Martens hat die richtigen Fragen gestellt"

Unterstützung von Michael Klein, Nachrichtenchef der Zeitungsgruppe Lahn-Dill ("Wetzlarer Zeitung"), erhält FAZ-Korrespondent Michael Martens.

Gießen - Ein heftiger Streit tobt zwischen dem griechischen Oppositionsführer Alexis Tsipras und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Grund sind angeblich "unethische Fragen" des FAZ-Korrespondenten Michael Martens, die dieser bei einem Interview mit dem Politiker gestellt habe. Das Interview wurde bereit nach fünf Fragen abgebrochen.

 

Michael Klein. Foto: mittelhessen.de

 

Gegen die Vorwürfe aus Griechenland wehrt sich Michael Martens: "Normalerweise lege ich besonders scharfe Fragen auch nicht an den Anfang, sondern irgendwo in die Mitte oder an das Ende eines Gespräches, wenn die Gesprächspartner schon denken, da komme nichts mehr. Nun ist Tsipras aber ein Politiker mit einer dermaßen scharfen Zunge, dass ich glaubte, wer so austeilen kann, knicke auch nicht gleich ein, wenn unangenehme Fragen kommen. Ich dachte, jemand wie Tsipras könne damit umgehen. Ein Irrtum", so Martens im Gespräch mit Newsroom.de.

Die griechische Oppositionspartei Syriza betrachtet Michael Martens kritisch: "Ich habe von griechischen Kollegen im Zuge dieser Angelegenheit gelernt, dass Tsipras´ Partei Syriza zwar generell bei Angriffen auf ihre Gegner keine Hemmungen kennt, aber nah am Wasser gebaut hat, wenn es darum geht, Kritik auszuhalten."

Michael Klein, Nachrichtenchef der Zeitungsgruppe Lahn-Dill ("Wetzlarer Zeitung"), findet klare Worte, nimmt Michael Martens gegen die Vorwürfe aus Griechenland in Schutz.

Gegenüber Newsroom.de sagt Nachrichten-Profi Michael Klein: "Der Rauswurf zeigt, dass die Fragen genau die richtigen waren. Wenn sich ein Politiker im Interview nur noch zur Wehr setzen kann, indem er die intellektuelle Ebene verlässt (weil er merkt, dass er entlarvt wurde), dann kann man dem Fragesteller nur gratulieren.

Der Linkspopulist Alexis Tsipras, der Rechtspopulisten verteidigt und demokratische deutsche Politiker verunglimpft, hat sich damit zumindest in Deutschland dauerhaft selbst demontiert. Michael Martens hat so mit den gestellten fünf Fragen eine größere journalistische Leistung vollbracht als es mit den weiteren 20 in seinem Block je möglich gewesen wäre."

Bülend Ürük