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Ombudsstelle beim „Spiegel“ soll Unregelmäßigkeiten in der Berichterstattung nachgehen

Das Gremium besteht aus drei „Spiegel“-Mitarbeitern: Einer Dokumentationsjournalistin, einem Nachrichtenchef und dem Leiter der Rechtsabteilung.

Hamburg (dpa) − Mit einer neu eingerichteten Ombudsstelle will das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ künftig Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten in der Berichterstattung nachgehen. Das Gremium nimmt per E-Mail (ombudsstelle@spiegel.de) Hinweise entgegen, wie der Hamburger „Spiegel“-Verlag am Freitag mitteilte.

 

Das Instrument von Ombudsstellen ist dafür gedacht, um unparteiisch auf Strittiges einzugehen. Das Gremium besteht aus drei „Spiegel“-Mitarbeitern: Einer Dokumentationsjournalistin, einem Nachrichtenchef und dem Leiter der Rechtsabteilung.

 

Dass der „Spiegel“ eine Ombudsstelle geschaffen hat, ist eine direkte Konsequenz aus dem Fälschungsskandal, den das Magazin im Dezember 2018 öffentlich gemacht hatte. Der Reporter Claas Relotius hatte in „Spiegel“-Artikeln immer wieder Szenen, Gespräche und Ereignisse erfunden.

 

Eine Aufklärungskommission hatte den Fall aufgearbeitet. Diese Kommission wird den Angaben zufolge durch die Ombudsstelle abgelöst, arbeitet aber noch die restlichen Hinweise aus dem Relotius-Zusammenhang auf und dokumentiert gegebenenfalls Ergebnisse wie zum Beispiel zur laufenden Recherche zu der rund 26 Jahre alten „Spiegel“-Titelgeschichte „Der Todesschuss“. In dem Artikel geht es um den Einsatz von Elite-Polizisten der GSG-9 im Jahr 1993 am Bahnhof von Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern zur Festnahme von zwei Mitgliedern der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF). In den Artikel floss als Quelle auch ein anonymer Zeuge ein.

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