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dpa

Führender serbischer Journalist prangert Medienunterdrückung an

Staatspräsident Aleksandar Vucic wird vorgeworfen, Medien und Justiz zu kontrollieren.

Belgrad (dpa) − Einer der führenden Journalisten Serbiens wirft Staatspräsident Aleksandar Vucic Unterdrückung der Medien vor. „Er hält alle Medien und politische Gegner in Angst und Schrecken“ und „erstickt jede Stimme, die sich kritisch gegenüber der Staatsmacht äußert“, schrieb Aleksandar Rodic, Eigentümer der großen Boulevardzeitung „Kurir“ am Mittwoch in seinem Offenen Brief. Er trägt die Überschrift „Wenn der Diktator dem Volk den Staat stiehlt“. Vucic wird von seinen Kritikern seit Jahren vorgeworfen, Medien und Justiz zu kontrollieren und praktisch alle staatlichen Institutionen für seine Zwecke zu vereinnahmen.

Der frühere Regierungschef und heutige Staatspräsident selbst hatte immer auf kritische Medien in Serbien verwiesen und jede Kontrolle bestritten. Allerdings haben diese regierungskritischen Medien nur eine sehr kleine Auflage und entsprechend kein größeres Publikum. Schon im November 2015 hatte Rodic mit einem ähnlichen Angriff auf Vucic international für Aufsehen gesorgt. Damals hatte er behauptet, alle wichtigen Medien des Landes seien Teil des politischen Apparates von Vucic. Sein Boulevardblatt wolle in Zukunft aber nur noch objektiven Journalismus verfolgen. Allerdings war das Blatt später wieder auf die Regierungslinie eingeschwenkt.

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