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Mehr Medien, mehr KI: Wie sich Deutschlands Freizeit verändert

Was eine Studie zum Thema Freizeit im Bezug auf Mediennutzung ergeben hat.

Hamburg - Ob Musik, Social Media oder Videogames: Menschen in Deutschland verbringen immer mehr Freizeit mit Medien. Das geht aus dem aktuellen „Freizeit Monitor“ der Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Die repräsentative Umfrage wurde am 25. August in Hamburg vorgestellt. 2016 hörten demnach noch 52 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche Musik, 2026 sind es 82 Prozent. Besonders stark zulegen konnte das Interesse an Videospielen und Gaming: Zu Beginn der Pandemie stieg die Nutzung sprunghaft von neun auf 27 Prozent, aktuell liegt der Anteil bei 33 Prozent. „Videospiele und Gaming sind nicht mehr ein reines Nischenphänomen, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. „Sie sprechen inzwischen einen breiten Bevölkerungsbereich an.“

 

Das Fernsehen bleibt mit 82 Prozent das beliebteste Medium, verlor im Zehnjahresvergleich jedoch 13 Prozentpunkte. Auch Social Media bleibt attraktiv: Der Anteil der regelmäßigen Nutzer stieg von 48 auf 71 Prozent. „Wir stellen allerdings fest, dass es in den letzten Jahren kaum weitere Steigerungen gab“, so Reinhardt.

 

Auch im Kulturbereich haben sich die Interessen verändert. Im Vergleich zu vor zehn Jahren besuchen demnach heute jeweils 15 Prozentpunkte mehr Menschen mindestens einmal jährlich Freizeit- und Vergnügungsparks sowie Museen und Kunstausstellungen. Zoos und Tierparks verzeichnen ein Plus von 13 Prozentpunkten, Konzerte und Festivals ebenfalls. Rückläufig sind dagegen Diskothekenbesuche, die um elf Prozentpunkte abnahmen.

 

Künstliche Intelligenz gehört mittlerweile für viele Menschen zum Alltag: Fast jeder zweite Bundesbürger nutzt heute mindestens einmal pro Woche KI, etwa um Texte und Bilder zu generieren oder zu chatten. Der Anteil variiert jedoch stark je nach Alter und Lebenssituation: Bei jungen Erwachsenen liegt er bei 62 Prozent, bei Eltern bei 52 Prozent, bei Ruheständlern nur bei 14 Prozent.

 

Der Umfang der Freizeit an Werktagen hat sich in den vergangenen Jahren trotz zunehmender Technisierung kaum verändert. „Neue Formen der Arbeit füllen die Nischen, die Technik uns geschaffen hat“, sagt Reinhardt. „Die Freizeit wird dadurch vielfältiger und technisch jederzeit verfügbarer, aber nicht automatisch entspannter.“ Gerade Menschen mit wenig Freizeit, etwa Eltern, bräuchten oft flexiblere Angebote.

 

Die Umfrage „Freizeit Monitor“ wird seit 1986 einmal jährlich von der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen durchgeführt. Für die Untersuchung im Juli und August 2026 wurden mehr als 3.000 Menschen ab 18 Jahren zu über 100 verschiedenen Freizeitaktivitäten befragt.

 

 

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