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Schweiz: Paywall für den „Blick“

Von ganz oben kommt der Vorschlag, bei den Schweizer Boulevardzeitungen „Blick“ und „SonntagsBlick“ im Internet eine „Paywall“ einzuführen. Die Bezahlschranke kommt, die Idee stammt von CEO Marc Walder.

Zürich – Wie kann der Internetauftritt einer Zeitung zu Geld gemacht werden? Immer mehr Medienmanager glauben, dass die „Paywall“ die einzige Lösung für ihr oftmals fast schon darbendes Verlagshaus bedeutet. Auch in der Schweiz.

Bereits seit Wochen erarbeitet ein hausinternes Gremium, so die „SonntagsZeitung“ in ihrer heute erscheinenden Ausgabe, verschiedenste Konzepte und beurteilt dafür unter anderem Beispiele wie „Financial Times Deutschland“, „New York Times“ oder „Wall Street Journal“. Die „Paywall“ für den „Blick“ soll bereits im Frühjahr 2013 realisiert sein.

Favorit ist laut „SonntagsZeitung“ ein „Freemium“-Modell – dabei sollen die Basisdienste auf der Website gratis bleiben, eigene Geschichten der Journalisten sollen die Leser aber bezahlen. „Ringier ist gewillt, das Paid-Content-System für die Publikumsplattform Blick.ch mittelfristig umzusetzen“, zitiert die „SonntagsZeitung“ Riniger-Sprecher Edi Estermann.

Wie schnell sich Meinungen in Verlagen übrigens ändern, beweist das „Blick“-Beispiel. Noch im Mai hatte der Ringier-Verlag erklärt, dass eine „Paywall“ nicht kommen soll.

Laut „SonntagsZeitung“ prüfen neben Ringier und der NZZ-Gruppe auch der Tamedia-Verlag (Verlag der „SonntagsZeitung“, „Tages-Anzeiger“) und die AZ-Medien („Basellandschaftliche Zeitung“, „Aargauer Zeitung“, Der Sonntag“) eine „Paywall“-Einführung.

In Deutschland will auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in Zukunft Teile ihres Internet-Angebotes hinter einer "Paywall" verstecken. Und auch die "Bild"-Zeitung führt eine "Paywall" ein, jedoch für ein komplett neues Angebot.

Der Springer-Verlag hat sich ab der Saison 2013/2014 die Web-Clips gesichert, Video-Zusammenfassungen einzelner Spiele der Fußball-Bundesliga sind dann im Internet über Bild.de eine Stunde nach Schluss der Partien zu sehen.

"Mit dem Erwerb der Pakete für das stationäre und mobile Internet wird "Bild" als einziges digitales Nachrichtenangebot in Deutschland die Zusammenfassung aller Begegnungen aus der 1. und 2. Liga anbieten. Als kostenpflichtiges Premium-Angebot eine Stunde nach Spielschluss per Video on demand abrufbar. Die Rechte gelten bis 2016/2017", heißt es dazu bei "Bild".

Wie abgerechnet werden soll oder alle weiteren Modalitäten sind offiziell noch nicht geklärt.

Bülend Ürük

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