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Verlag nach Aus für "Mainzer Rhein-Zeitung": "Es ging nicht mehr"

Die Auflage ist zwar in den vergangenen 15 Monaten gestiegen, war aber nur mehr halb so hoch wie nach dem Start vor 25 Jahren.

Mainz/Koblenz (dpa) - Nach dem Aus für die "Mainzer Rhein-Zeitung" will der Mittelrhein-Verlag vor allem stärker in sein Flaggschiff, die "Rhein-Zeitung" in Koblenz, investieren. "Wir benötigen die Ressourcen für unser Kerngeschäft in Koblenz", sagte Marketingleiter Oliver Moll am Freitag. Der Auflagentrend der Regionalausgaben solle durch die Investitionen gestoppt und die Zahlen gesteigert werden - "und das wird uns auch gelingen", sagte Moll. Nach anhaltenden Verlusten seit der ersten Ausgabe 1987 soll die "Mainzer Rhein-Zeitung" Ende des Jahres eingestellt werden. Es werde 16 Mitarbeitern in Mainz gekündigt, teilte der Verlag mit.

Ziel sei es auch, neben dem Printgeschäft unter anderem das Digitalangebot ausbauen. "Man hat alles versucht, aber es ging nicht mehr" sagte Moll. Er macht weniger das Konzept für das Scheitern verantwortlich als vielmehr den Einstieg der Zeitung in einen bereits besetzten Markt. "Zeitungsleser sind verankert, sie bleiben einem Blatt sicherlich auch aus Gewohnheit treu."

Laut Verlag ist die Auflage der "Mainzer Rhein-Zeitung" zwar in den vergangenen 15 Monaten gestiegen. "Wir haben aber nur noch halb so viele Abonnenten wie nach dem Start der MRZ vor 25 Jahren", teilte die Zeitung am Freitag in eigener Sache mit. "Das ist absehbar deutlich zu wenig, um unsere Mainzer Ausgabe in die notwendige Wirtschaftlichkeit zu führen."