Recht
AFP

Festnahmen für Betreiber von rechtsextremem Internet-Radio

Die Beschuldigten sendeten rund um die Uhr rechte Musik, riefen in eigenen Sendungen NS-Parolen und leugneten den Holocaust. Das Radio sei zudem als Plattform für rechtsextreme Liedermacher und andere Beteiligte der rechten Szene genutzt worden.

Berlin (AFP) - Sechs Männer und Frauen sind wegen des Verdachts festgenommen worden, ein rechtsextremes Internet-Radio ausgestrahlt zu haben. Sie befinden sich seit Donnerstag in Untersuchungshaft, wie die Polizei Berlin am Freitag mitteilte.

Fünf Beschuldigte wurden am Donnerstagmorgen in Berlin und vier anderen Bundesländern festgenommen, einen mutmaßlichen Mitbegründer des Radios fassten die Ermittler am Abend in der Nähe der niederländischen Grenze. Unter den Verdächtigen waren laut Polizei zwei Frauen. Bei Durchsuchungen der Wohnungen wurden Computer, CDs und Waffen gefunden.

Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge in dem Radio rund um die Uhr ausschließlich rechte Musik gesendet haben, darunter Titel, die unter anderem den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Die Verdächtigen sollen demnach auch selbst in eigenen Sendungen NS-Parolen gerufen oder den Holocaust geleugnet haben. Das Radio sei zudem als Plattform für rechtsextreme Liedermacher und andere Beteiligte der rechten Szene genutzt worden.

Die Frauen und Männer gaben laut Polizei auch detaillierte Anleitungen zum Bau von Sprengmitteln aller Art. Damit liege auch ein dringender Tatverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor. In den bisherigen Ermittlungen seien den Beschuldigten mehr als 250 Straftaten zugerechnet worden.