TV
Newsroom

Gut zehn Millionen deutsche TV-Zuschauer bei Jackson-Trauerfeier

Rätselraten um Beisetzung des Popstars dauert an.

Los Angeles/Berlin (ddp) - Gut zehn Millionen Menschen in Deutschland haben die Live-Übertragungen der Trauerfeier für Popstar Michael Jackson im Fernsehen verfolgt. Weltweit löste das Ereignis auch einen deutlich stärkeren Zugriff auf das Internet aus, wo die Gedenkveranstaltung ebenfalls gezeigt wurde. Zwei Wochen nach dem Tod des "King of Pop" dauert das Rätselraten um Ort und Datum seiner Bestattung indes weiter an.

Nach der Gedenkfeier in Los Angeles am Dienstag war unklar, wohin der vergoldete Sarg mit dem Leichnam Jacksons gebracht wurde. Der Internetdienst "TMZ" berichtete, der Popstar werde nicht auf dem Forest Lawn Friedhof in den Hollywood Hills beigesetzt, der wiederholt im Gespräch war. Bislang gebe es aber auch keine Hinweise für eine geplante Bestattung auf einem anderen Friedhof im Raum Los Angeles.

Das Portal "E!Online" schloss indes nicht aus, dass Jackson doch auf dem Prominentenfriedhof in Hollywood seine letzte Ruhe finden könnte. Spekulationen gab es in den Medien auch, dass die Familie möglicherweise doch eine Bestattung auf Jacksons Neverland-Ranch plane.

Für den bewegendsten Moment der Trauerfeier, die knapp 20 000 Menschen im Staples Center direkt verfolgten, hatte Jacksons Tochter Paris gesorgt. Sie war am Ende ans Mikrofon getreten und hatte unter Tränen gesagt: "Seit ich geboren wurde, war Daddy der beste Vater, den man sich nur vorstellen konnte. Und ich wollte einfach nur sagen, dass ich ihn liebe."

Diese öffentliche Liebeserklärung kam auch für den Regisseur der Trauerfeier überraschend. "Keiner von uns wusste, dass sie (die Kinder) überhaupt kommen würden", sagte Kenny Ortega. Der Produzent der Trauerfeier, Ken Ehrlich, gab indes seine anfängliche Skepsis zum Wunsch der Familie preis, den Sarg mit Jacksons Leichnam ins Staple Center zu bringen.

"Zuerst habe ich geschluckt." Dann habe er sich aber gedacht, dass der Sarg bei einer Trauermesse auch da wäre. "Und es hat einen Unterschied gemacht", betonte Ehrlich. Er wisse, was es für die Künstler wie Mariah Carey, John Mayer oder Usher bedeutet habe, direkt vor dem Sarg zu singen und zu spielen. Auch Stevie Wonder, Lionel Richie, Brooke Shields, die Basketballstars Kobe Bryant und Magic Johnson sowie Motown-Gründer Berry Gordy erwiesen Jackson auf der Bühne die letzte Ehre.

In Deutschland schalteten mit 3,84 Millionen Zuschauern die meisten Jackson-Fans bei "Brisant Extra" in der ARD ein. Das "ZDF Spezial: Abschied vom King of Pop" verfolgten 3,31 Millionen. Grund zur Freude hatten auch die Nachrichtensender N24 und n-tv. Beide Sender erzielten in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen die höchsten Tagesmarktanteile ihrer Geschichte. N24 erreichte hier 5,1 Prozent, n-tv lag bei 4,9 Prozent. Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN stieg die globale Internetnutzung während der Trauerfeier um bis 33 Prozent gegenüber den üblichen Durchschnittswerten an.

In der Berliner O2-World kamen am Dienstag rund 6000 Jackson-Fans zusammen, um die Übertragung zu verfolgen - unter ihnen auch die Sängerin Nina Hagen. Wenig Verständnis zeigte der Konzertpromoter Marcel Avram für die Inszenierung der Trauerfeier. "Ich weiß, wie sehr Michael den Applaus zeitlebens genossen hat. Aber ob er sich gewünscht hätte, mit so einem Rummel bestattet zu werden, bezweifle ich doch sehr", sagte er der "Frankfurter Rundschau".

Die Trauerfeier in Los Angeles soll indes offenbar nicht die einzige große Veranstaltung zu Ehren des "King of Pop" bleiben. Nach einem Bericht der Branchenzeitung "Hollywood Reporter" ist für seinen Geburtstag am 29. August ein großes Gedenkkonzert in der O2-Arena in London geplant. Dort sollte am Montag (13. Juli) die Comeback-Konzertreihe von Jackson beginnen.

Der Popstar, der in seiner Karriere rund 750 Millionen Tonträger verkauft hat, war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren gestorben.

Top Meldungen aus TV