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Nach Kritik an Putin-Interview: ARD weist Zensur-Vorwurf zurück

Die ARD hatte am vergangenen Freitag nach den "Tagesthemen" ein neunminütiges Interview von Roth mit Putin ausgestrahlt. Am nächsten Tag sendeten mehrere russische Medien die vollständige Version von etwa einer halben Stunde Dauer.

Köln (dpa) - Nach Kritik an einem gekürzten Interview mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin hat die ARD den Vorwurf der Zensur zurückgewiesen. "Mit Zensur hat das nicht das geringste zu tun", erklärte der Leiter des ARD-Studios Moskau, Thomas Roth, am Dienstag auf der Internet-Seite tagesschau.de. Es sei durchaus üblich, dass von einem längeren Interview nur eine gekürzte Fassung gesendet wird. Die ARD hatte am vergangenen Freitag nach den "Tagesthemen" ein neunminütiges Interview von Roth mit Putin ausgestrahlt. Am nächsten Tag sendeten mehrere russische Medien die vollständige Version von etwa einer halben Stunde Dauer.

Die ARD hatte anschließend nach Angaben von Roth zahlreiche kritische E-Mails von Zuschauern bekommen, in denen der Vorwurf erhoben wurde, das Interview sei unzulässig gekürzt worden. Auch im Internet-Blog von tagesschau.de wurde das Thema heftig diskutiert. Roth erklärte, er habe mit Putins Pressestab von vornherein vereinbart, gegebenenfalls in der "Tagesschau" und den "Tagesthemen" über das Interview zu berichten und anschließend außerdem eine etwa zehnminütige Zusammenfassung zu senden.

Roth hatte nach eigenen Angaben mehreren russischen Sendern erlaubt, das Interview zu begleiten und nach eigenem Ermessen zu veröffentlichen. Dies hätten die russischen Sender in sehr unterschiedlichen Längen - von 5 bis 40 Minuten - getan. Dabei seien die Sender lediglich verpflichtet gewesen, die ARD als Quelle zu nennen. "Hätte die ARD Interesse daran gehabt, irgendetwas nicht zu veröffentlichen, hätten wir uns gar nicht erst auf solche Bedingungen eingelassen", erklärte Roth.

Am Dienstagmorgen um 6.20 Uhr wurde das vollständige Interview im WDR-Fernsehen gesendet. Außerdem ist der Gesamttext nun auf tagesschau.de nachzulesen. An diesem Donnerstag will sich Roth um 13.00 Uhr in einem Internet-Chat den Fragen von Kritikern stellen.