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Rezept für Zuckerkranke: "Rennen statt schlemmen" in ZDF-Doku

Sieben bis acht Millionen Menschen in Deutschland sind zuckerkrank. Diabetes ist auf dem Vormarsch. Zu fettes Essen, zu viele süße Industrieprodukte und zu wenig Bewegung sind die Hauptgründe für die Zunahme der Krankheit. Filmemacherin Iris Pollatschek hat daher ein einfaches, aber für viele wohl schwer umzusetzendes Rezept dagegen.

Berlin (dpa) - "Rennen statt schlemmen", so jedenfalls nennt sie ihre Reportage, die am Dienstagabend (17. Juli, 22.15 Uhr) im Rahmen der ZDF-Reihe "37 Grad" läuft. Sport oder einfach etwas mehr gesunde Bewegung könnte viele Menschen vor der Diagnose Diabetes bewahren.

Denn Diabetes vom Typ 2, der sogenannte Alterszucker, ist schon längst keine Alterserscheinung mehr. Immer mehr Jüngere "haben Zucker", wie es landläufig heißt. So geht es auch den beiden Protagonisten der Dokumentation Michael B. (42) und Tanja H. (38). Beide sind übergewichtig, haben nicht auf ihre Ernährung geachtet, haben sich zu wenig bewegt, haben Diabetes.

"Ich habe 60 Kilo zu viel", sagt Michael beim Blick auf die Waage, die 145 Kilogramm anzeigt. "Du fühlst dich einfach schlecht." Mit seiner Frau Martina versucht er sein Gewichtsproblem und vor allem seinen Diabetes in den Griff zu bekommen: Gemüse statt fettes Fleisch, weniger Süßes und Sport ist ihr Programm. "Als wir uns kennengelernt haben vor vier Jahren, da ist mein Mann mit mir joggen gegangen", sagt Martina.

Und ihr Mann ergänzt: Ziel sei, dass er mit seiner Frau wieder joggen könne. Derzeit ist für ihn nur Schritttempo drin, doch er quält sich im Fitnessstudio.

Tanja hat durch den Diabetes bereits eine Tragödie erlebt: Vor sechs Jahren starb ihr Baby im Mutterleib, Ursache war ihre Zuckerkrankheit. "Das war schlimm. Und dann zu wissen, Diabetes ist schuld, das Kind lebt aufgrund dessen nicht mehr... Also ich hab' gegen mich selber Hassgefühle."

Bei ihr selbst sind zudem die Nieren geschädigt. "Ich habe eine immense Wut auf mich selbst", sagt sie unter Tränen. "Ich frage mich, ob ich wirklich mein Bestes gegeben habe... Was ich natürlich nicht habe." Sie geht in eine Spezialklinik, um ihr Leben und ihren Zucker besser in den Griff zu bekommen.

Beide Zuckerkranke wissen: Ihre Krankheit kann verheerende Folgen haben - Nierenversagen, Blindheit, Nervenschäden oder Herzinfarkt. Doch die Verlockungen im Alltag sind groß: Kalorienbomben und der bequeme Fernsehsessel locken stets und fast überall. Die Weltgesundheitsorganisation nennt Diabetes nicht umsonst eine "Epidemie", auch wenn es keine ansteckende Krankheit ist.