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Anne Kunze: „Zeit“-Journalistin spricht von staatlichem Druck bei Herausgabe ihrer Podcastaufnahmen

Anne Kunze: „Zeit“-Journalistin spricht von staatlichem Druck bei Herausgabe ihrer Podcastaufnahmen Anne Kunze (Foto: Die Zeit / Sebi Berens)

Die Journalistin widerspricht der Darstellung, sie habe 160 Stunden Audiomaterial zum Fall Block freiwillig übergeben. Ermittler seien auch in ihrer Privatwohnung erschienen. Nun soll sie selbst im Prozess aussagen.

Hamburg/Berlin – Journalistin Anne Kunze teilt im Interview mit „Spiegel“-Journalist Alexander Kühn weitere Details der angedrohten Durchsuchung bei der „Zeit“. Wie turi2 berichtet, sind die Ermittler nicht nur in der Redaktion in Hamburg, sondern kurze Zeit später auch in der Privatwohnung von Kunze in Berlin erschienen. Die Journalistin wehrt sich massiv gegen den Eindruck, sie habe die Aufnahmen für den Podcast „House of Block“ – insgesamt 160 Stunden Material – freiwillig übergeben: „Es gab zwei Möglichkeiten: Ich händige ihnen die Aufnahmen aus – oder sie durchsuchen die Wohnung, in der ich mit meiner Familie lebe, die Redaktionsräume der ‚Zeit‘ in Hamburg und eventuell auch in Berlin und finden die Tonaufnahmen auf diese Weise.“ Die Überlassung der Aufnahmen sei eine Folge des „ausgeübten staatlichen Drucks“, sagt Kunze.

 

Sollten die Aufnahmen als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden, fürchtet Kunze „enormen Schaden“ für den Journalismus in Deutschland: „Welcher Whistleblower kommt noch zu uns, wenn er davon ausgehen muss, dass vertrauliches Material beschlagnahmt wird?“ Kunze und die „Zeit“ wollen sich weiter dagegen zur Wehr setzen. Zudem soll die Journalistin nun selbst im Block-Prozess aussagen. Sie bestätigt dem „Spiegel“, dass sie „soeben“ eine Ladung zur Zeugenvernehmung erhalten hat.

 

In dem Prozess wird die Entführung von zwei Kindern der Unternehmerin Christina Block aus der Obhut des Vaters der Kinder verhandelt. Block bestreitet, die Entführung in Auftrag gegeben zu haben.

 

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