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Bei Burda wächst die Sorge vor dem Sparherbst

Bei Burda wächst die Sorge vor dem Sparherbst Elisabeth Varn (Foto: APA Images/dpa PeterKneffel)

Burda soll 25 Millionen Euro für den anstehenden Konzernumbau zurückgestellt haben. Managerin Elisabeth Varn führt Digital- und Traditionsgeschäft zusammen. Warum sich intern die Sorge vor einem Strategieschwenk verstärkt.

München – Nach dem Rauswurf von Jan Wachtel warten intern alle auf die Verkündigung der Sparbeschlüsse, die im Herbst erwartet werden, und hoffen, dass der Einschlag nicht zu heftig wird, wie Chefredakteur Markus Wiegand berichtet. Wie viele Stellen abgebaut werden, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, dass Burda insgesamt 25 Millionen Euro für die anstehende Restrukturierung zurückgestellt haben soll. Das Unternehmen selbst mochte dazu keine Stellung nehmen.

 

Klar ist bisher nur, dass Managerin Elisabeth „Eli“ Varn das Digitalgeschäft von Burda Forward und das Traditionsgeschäft des Burda-Verlags unter einem Dach zusammenführt. Bisher hatte Burda die Geschäfte als Sonderfall in Deutschland bewusst getrennt. Was in der Vergangenheit dazu geführt hatte, dass beide Einheiten in inniger Konkurrenz zueinander standen. Das soll jetzt anders werden und ist einer der Gründe, warum Burda zuletzt eine ganze Reihe von verdienten Führungskräften vor die Tür gesetzt hat.

 

Alles deutet derzeit darauf hin, dass Burda auch einen deutlichen strategischen Schwenk vollziehen und die Priorität künftig stark auf Bezahlinhalte legen wird. Darauf weist die Verpflichtung von Stefan Ottlitz hin, der beim „Spiegel“ und der „Süddeutschen“ zweimal dazu beigetragen hat, ein erfolgreiches Paid-Modell zu installieren.

 

In den Führungskreisen von Burda ist man gespannt, wie der Paid-Experte den Abstand insbesondere des „Focus“ auf die Konkurrenz aufholen will. Zudem fragen sich manche, ob der Strategieschwenk nicht zu spät kommt. Der „Focus“ etwa soll zuletzt noch einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro erzielt haben und dabei mit Ach und Krach und nur unter Hinzuziehung des Siegelgeschäfts und „Focus Money“ kaum mehr als eine schwarze Null eingebracht haben.

 

Burda Forward dagegen, wo der Konzern seine publizistischen Digitalaktivitäten wie „Focus Online“ und „Chip“ bündelt, hat mit der Konzentration auf Reichweite und Werbeerlöse im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 118 Millionen Euro erreicht und lieferte dabei ein Ergebnis von knapp 22 Millionen Euro, berichten Insider.

 

So mancher sorgt sich daher, ob der Schwenk zum Paid-Angebot nicht zu Lasten des bisher erfolgreichen Geschäfts gehen könnte. Unklar ist auch, wie hoch die Investitionen in das Paid-Modell ausfallen werden, die in angemessener Frist zurückverdient werden müssen. Der „Stern“, ebenfalls spät dran im Paid-Content-Rennen, hat dafür rund 30 Millionen Euro in die Hand genommen.

 

Zu verteilen hat Burda derzeit daher wenig. Die Zeiten bleiben hart. Die geplante Lohnerhöhung für die Belegschaft von Burda Forward wurde gestrichen, berichten interne Quellen.

 

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