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Newsroom – Georg Taitl

Investigativjournalist Daniel Drepper will mit „Otter News“ gegen die Klimamüdigkeit angehen

Investigativjournalist Daniel Drepper will mit „Otter News“ gegen die Klimamüdigkeit angehen Daniel Drepper (Foto: Stefan Beetz)

Der frühere Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ gründet ein eigenes Medium. Wie Drepper das Projekt finanzieren will.

Berlin – Daniel Drepper will mit „Otter News“ ein neues Medium für investigative Recherchen zu Umwelt und Klima aufbauen. Das Projekt soll zugleich eine Community für Menschen schaffen, die sich über Klima und Biodiversität informieren und austauschen wollen. Für den Aufbau einer festen Redaktion setzt Drepper vor allem auf die Finanzierung durch Mitglieder. 

 

Über seine Beweggründe, das journalistische Konzept und die Finanzierung von „Otter News“ sprach Drepper mit Senta Krasser für das „medium magazin“.

 

Warum gründen Sie jetzt ein eigenes Medium – und warum zum Thema Umwelt und Klima?

Daniel Drepper: Ich denke seit Jahren darüber nach, ein eigenes Medium zu diesem Thema zu gründen. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens: Ich hatte immer dann das Gefühl, den besten Journalismus zu machen, wenn ich viel Freiheit hatte und etwas Neues aufbauen konnte – wie bei Correctiv oder BuzzFeed News. Zweitens: Ich habe zwei kleine Kinder. Seit ich Vater bin, denke ich noch stärker darüber nach, was in den nächsten Jahrzehnten auf dieser Erde passiert.

Ich finde, dass der Journalismus seiner Verantwortung bei diesen Themen nicht ausreichend gerecht wird. Es gibt eine Art Klimamüdigkeit in den Redaktionen. Kolleginnen und Kollegen erzählen mir, dass sie das Wort Klima vermeiden, wenn sie Themen pitchen, weil sie schwer damit durchkommen. Ich glaube aber, dass es falsch ist, über das vielleicht wichtigste Thema der Menschheit weniger zu berichten. Wir müssen neue Wege finden, die Menschen damit zu erreichen. 

 

Wo genau ist die Lücke, die Sie schließen wollen?

Was mir bislang fehlt, ist ein Andockpunkt für Menschen, die sich über Klima und Biodiversität informieren und diskutieren wollen, also eine Plattform für investigative Recherche und zugleich eine Community. Gleichzeitig möchte ich auch Menschen erreichen, die sich bisher nicht für Klimaforschung interessieren. Vielleicht wollen sie einfach nur wissen, warum die Wasserqualität im Bach nebenan schlechter geworden ist. Dafür schaue ich mir viel von erfolgreichen Creatorn ab, die sich eine loyale Community aufbauen, indem sie authentisch, transparent und persönlich kommunizieren. Ich nehme also das Beste aus beiden Welten. 

 

Sie brauchen nach eigenen Angaben 3.000 „Otter“, damit die Arbeit richtig losgehen kann. Ab 8 Euro im Monat ist man dabei. Aber warum zahlen, wenn alles frei zugänglich sein soll?

Ich bin überzeugt, dass Menschen für Journalismus bezahlen, auch wenn sie ihn nicht exklusiv bekommen. Wer „Otter News“ unterstützt, kann damit ausdrücken: Dieses Thema ist mir wichtig, dafür möchte ich etwas beitragen. Natürlich wird es für Mitglieder zusätzliche Angebote geben – etwa einen Diskussionsbereich, Podcasts mit exklusiven Inhalten und später Veranstaltungen. Aber unsere Recherchen sollen nicht hinter einer Paywall verschwinden. Gute Informationen sollten möglichst viele Menschen erreichen und möglichst große Wirkung entfalten.

 

Zum ganzen Interview

 

 

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