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Ex-US-Botschafter fordert Visa-Entzug für ZDF-Korrespondenten

Ex-US-Botschafter fordert Visa-Entzug für ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen (Foto: IMAGO / teutopress)

Richard Grenell fordert Elmar Theveßen das Visum zu entziehen. Hintergrund ist eine umstrittene Aussage über den ermordeten Charlie Kirk. Der DJV reagiert harsch.

Berlin/Washington – Richard Grenell, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland und bekannter Trump-Unterstützer, hat öffentlich gefordert, dem ZDF-Korrespondenten und Leiter des Washington-Büros, Elmar Theveßen, das Visum zu entziehen. Grenell wirft Theveßen vor, „linksradikal“ zu sein und zur Gewalt gegen Menschen mit abweichender politischer Meinung aufzurufen, berichtet turi2.


Auslöser der Kontroverse war eine zuvor getätigte Aussage von Theveßen über den ermordeten rechten Aktivisten Charlie Kirk. Theveßen hatte berichtet, Kirk habe gesagt, dass Homosexuelle gesteinigt werden müssten. Das ZDF erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung, Theveßen bedauere, „an der Stelle nicht ausführlicher gewesen zu sein“.

 

Der Deutsche Journalisten-Verband hat unterdessen in einem Brief an den US-Geschäftsträger in Berlin Alan Meltzer gefordert, kritischen Journalistinnen und Journalisten nicht mit Visumsentzug zu drohen.  Wahrheitswidrig diffamiere Grenell den ZDF-Journalisten Theveßen als Linksradikalen, der zur Gewalt gegen politische Gegner auffordere. „So verabscheuungswürdig das Attentat auf den Polit-Aktivisten Charlie Kirk ist, so ist es nicht die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten, Trauergesänge anzustimmen“, schreibt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Vielmehr hätten Berichterstatter die Verpflichtung, Informationen und Hintergründe zu recherchieren und zu senden bzw. zu schreiben. 

 

„Gerade im Zusammenhang mit dem Attentat auf Charlie Kirk kommen die deutschen Medien dieser Aufgabe vollständig und gewissenhaft nach.“ Mögliche Fehler seien zu korrigieren. „Solange sich Journalistinnen und Journalisten im Rahmen der Presse- und Meinungsfreiheit bewegen, gehören staatliche Zwangsmaßnahmen wie der Entzug des Visums nicht in das Arsenal freiheitlicher Demokratien. Bisher kennen wir solche Druckmittel nur von Autokratien und solchen Staaten, die in Deutschland gemeinhin als Bananenrepubliken bezeichnet werden“, heißt es weiter in dem Schreiben.