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Gabor Steingarts 43-Millionen-Wette: Was hat Media Pioneer in Frankfurt vor?

Gabor Steingarts 43-Millionen-Wette: Was hat Media Pioneer in Frankfurt vor? Gabor Steingart (Foto: Anne Hufnagl)

Wie finanziert Media Pioneer die Expansion? Wann kommt das dritte Redaktionsschiff? Was ist journalistisch geplant, was steckt hinter „Education“, wen will das Unternehmen einstellen – und kommt Steingart diesmal ohne Polemik aus? Sechs Fragen und Antworten zum größten Projekt der Unternehmensgeschichte.

Berlin – Ein drittes Redaktionsschiff, ein neuer Standort in Frankfurt und ein zusätzliches Geschäftsfeld für Kapitalmarktbildung: Media Pioneer plant die bislang größte Investition seiner Unternehmensgeschichte. 43 Millionen Euro sollen in die Expansion fließen. Wie Henning Kornfeld in der aktuellen Ausgabe der „Wirtschaftsjournalist:in“ berichtet, ist die Finanzierung noch nicht vollständig abgeschlossen. Auch der Zeitplan für das neue Redaktionsschiff steht bereits fest.


In seinem Beitrag „Vor dem großen Sprung nach Frankfurt“ beantwortet Kornfeld sechs Fragen zu den Plänen des Berliner Medienunternehmens. Zwei davon im Auszug:

 

1. Steht die Finanzierung für Frankfurt schon?

Mittlerweile ist Media Pioneer nach eigenen Angaben zumindest ein paar Schritte weiter. Etwa ein Drittel des Investitionsvolumens in Höhe von 43 Millionen Euro soll die Hausbank Commerzbank als Fremdkapital beisteuern, bestimmt insbesondere fürs neue Schiff „The Pioneer Three“. Ein weiteres Drittel wollen Steingart und Co. aus dem Cashflow ihres Unternehmens finanzieren und die restlichen 15 Millionen Euro über eine Kapitalerhöhung hereinbekommen. Dafür wenden sie sich an die bereits vorhandenen rund 50 sowie an potenzielle neue Leseraktionäre. Der Vorstand von Media Pioneer hat sich Ende August dazu ermächtigen lassen, bis Ende 2027 maximal 50.000 neue Namensaktien auszugeben. Mindestinvestment für Anleger: 100.000 Euro.

 

Paul Horlacher, CEO von Media Pioneer, gibt sich zuversichtlich, genügend Abnehmer dafür zu finden: „Im Fundraising für die Eigenkapitalkomponente befinden wir uns auf der Zielgeraden“, sagt er. „Die Attraktivität der Leseraktie für Investoren ist im Vergleich zu unseren Kapitalmaßnahmen in den Jahren 2020 und 2022 gestiegen, weil wir mittlerweile profitabel sind und ein nachhaltig funktionierendes Geschäftsmodell haben.“ Nach Steingarts Angaben hat das Unternehmen 2025 einen Umsatz von 21,1 Millionen Euro gemacht und eine Ebitda-Marge von 24 Prozent erzielt.

 

Nach der Kapitalerhöhung wird sich der Anteil der Leser am Unternehmen (derzeit 14,7 Prozent) auf voraussichtlich knapp 25 Prozent erhöhen. Steingart will sich über Stimmbindung weiterhin die Mehrheit in der Hauptversammlung sichern, sein Anteil verwässert aber. Derzeit hält er zusammen mit dem Management der AG 49,4 Prozent.

 

Auch der „strategische Partner“ und nach Steingart zweitgrößte Aktionär Axel Springer (35,9 Prozent) geht die Kapitalerhöhung nicht mit – obwohl Verleger Mathias Döpfner von den Plänen für Frankfurt sehr angetan sein soll. Laut Horlacher ist diese Zurückhaltung aber nicht in Skepsis über das Vorhaben begründet: „Wir haben uns in Abstimmung mit Axel Springer darauf verständigt, den Schritt der Leserbeteiligung konsequent auszuweiten, um damit eine möglichst unabhängige Eigentümerstruktur für das Unternehmen zu gewährleisten“, beteuert er.

 

Tatsächlich verfolgt Unternehmensgründer Steingart schon seit Jahren das Ziel, die Leser zu beteiligen. Als Vorbild verweist man bei Media Pioneer gerne auf das Modell der „Neuen Zürcher Zeitung“, deren Aktien unter Schweizer Bürgern mit einer liberalen Grundhaltung breit gestreut sind. Ein karitatives Modell ist allerdings nicht angestrebt: „Unsere Leseraktionäre wollen unseren Journalismus fördern, erwarten aber auch einen wirtschaftlichen Return“, sagt Horlacher. „Insofern muss das Unternehmen in die Dividendenfähigkeit kommen.“

 

2. Wie sieht der Zeitplan für den neuen Standort aus?

Ein dreiköpfiges Team arbeitet bei Media Pioneer an der Finanzierung und der Entwicklung der Geschäftsmodelle für Frankfurt. Das Unternehmen hat laut Horlacher bereits Büroräume vor Ort angemietet.

 

Weitere journalistische Produkte neben dem im Sommer gestarteten KI-Podcast „Frontrunners“ verspricht er für 2027. Bis die „Pioneer Three“ über den Main schippert, wird es noch etwas länger dauern: bis Mitte oder Ende 2028. Erst dann kann es auch mit dem von Steingart hoch priorisierten Community-Building so richtig losgehen: Das Schiff soll zum zentralen Ort für Live-Begegnungen werden.

 

Media Pioneer nennt auch einen Zeithorizont für die geschäftlichen Ziele: Bis 2032 will das Unternehmen den Umsatz mehr als verdoppeln, die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten von derzeit knapp 80.000 auf mehr als 200.000 steigern und das Ebitda verdreifachen.

 

3. Was für ein finanzjournalistisches Angebot ist geplant?

4. Was hat es mit der Unternehmenssäule „Education“ auf sich?

5. Was für Leute sucht Media Pioneer?

6. Kommt Gabor Steingart diesmal ohne Polemik aus?

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Wirtschaftsjournalist:in“.

 

Must-Reads in der aktuellen W„irtschaftsjournalist:in“

  • „Technologie kann man kaufen, Vertrauen nicht“ – Kirsten Ludowig über Führung im KI-Zeitalter

  • Selbst machen – Fünf Journalisten, die zu Unternehmern wurden

  • dpa entdeckt den Mittelstand – Peter Kropsch über einen neuen Nachrichtenmarkt

  • Sprecher des Jahres – Martin Roth schafft den Sprung auf Platz 1

  • Lebenswerk – Emilio Galli Zugaro über Macht, Medien und Kommunikation

  • Der Shitstorm als Chance – dm-Chef Christoph Werner über Kommunikation in polarisierten Zeiten

  • Was Studien sagen – Fragwürdige Ergebnisse erkennen

  • Sheconomy setzt auf Community – Wie die Plattform wachsen will

  • Trend – Klimadaten als Quelle für Wirtschaftsthemen

  • Branchengeflüster – Magazine auf Rekordkurs, Rainer Esser im Podcast

  • Letzte Worte – Julia Löhr

  • Personalien – Wer auf-, ab- und umsteigt


 

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