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Kayhan Özgenç: Vom Enthüller zum Berater

Kayhan Özgenç: Vom Enthüller zum Berater Kayhan Özgenç (Foto: Lisa Sophie Kempke)

Der frühere „Business Insider“-Chefredakteur über Rollenwechsel, Recherche und warum unabhängige Medien heute wichtiger sind denn je im „Wirtschaftsjournalist:in“-Interview.

Berlin – Er galt als einer der profiliertesten investigativen Wirtschaftsjournalisten des Landes, stand für exklusive Recherchen und klare öffentliche Positionierungen. Kayhan Özgenç hat die Seiten gewechselt: Seit dem Jahreswechsel arbeitet der frühere „Business Insider“-Chefredakteur unter anderem mit der Kommunikationsberatung ABC Communication von Béla Anda zusammen.

 

Nach fast 15 Jahren bei Springer, geprägt von aufsehenerregenden Recherchen – etwa zur ehemaligen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und zur Causa Gelbhaar –, beginnt für ihn eine neue Phase abseits der Redaktion. Im „Wirtschaftsjournalist:in“-Interview spricht er über Rollenwechsel, Verantwortung und darüber, was guten Journalismus heute ausmacht. Ein Auszug:


Sie waren als Journalist oft auch ganz vorn mit dabei – Podcasts, Debatten, öffentliche Sichtbarkeit. Jetzt zählt die Arbeit im Hintergrund. Erleichterung, oder juckt es doch immer wieder in den Fingern?
Mir hat es immer große Freude gemacht, die Recherchen und die Marke nach außen zu präsentieren. Aber keine Sorge: Ich leide nicht unter Entzugserscheinungen. Die neue Rolle im Hintergrund gefällt mir sehr gut.


Als Investigativer haben Sie jahrelang Machtstrukturen offengelegt – jetzt beraten Sie auch Menschen, die selbst unter öffentlichem Druck stehen. Die wichtigste Regel bei so einem Rollenwechsel?
Vertraulichkeit, Nerven und Humor bewahren.


Blicken Sie heute anders auf Medien, seit Sie nicht mehr Teil einer Redaktion sind?
Nein, ich bin ja erst seit kurzem raus. Der Beruf des Journalisten, den ich 35 Jahre lang ausüben durfte, ist und bleibt etwas ganz Besonderes. Noch nie waren unabhängige Medien mit relevanten Recherchen so wichtig wie heute, vor allem für unsere demokratische Gesellschaft. Ich würde mir wünschen, dass das Recherchieren in den Redaktionen wieder stärker in den Mittelpunkt rückt.


Was hat Sie im Journalismus am meisten geprägt – und was davon nehmen Sie mit in Ihre neue Rolle?
Neugier auf spannende Menschen und Themen, die Suche nach der inneren Wahrheit, komplexe Inhalte verständlich rüberbringen – all das kann ich jetzt auch ganz gut gebrauchen.“


Zum vollständigen Interview

 

Must-Reads in der aktuellen „Wirtschaftsjournalist:in“:

  • Top Nachwuchs. Die „30 unter 30“ im Wirtschaftsjournalismus
  • The Market NZZ. Wie die Schweizer in Deutschland wachsen wollen
  • Von Finfluencern lernen. Was sich Finanzjournalisten von Finfluencern abschauen können – und wo sie sich abgrenzen müssen.
  • Corporate Influencer. Ihre Äußerungen in sozialen Netzwerken liefern ungefilterte Einblicke in Unternehmen.

 

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