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Klare KI-Regeln gefordert: Redaktionsausschüsse pochen auf journalistische Verantwortung

Aus Sorge vor Fehlern und Glaubwürdigkeitsverlust fordern die Redaktionsausschüsse von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle verbindlichere Leitlinien für den Einsatz von KI im Journalismus.

Saarbrücken – Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redaktionsausschüsse (AGRA) fordert stärkere und verbindlichere Richtlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im redaktionellen Alltag. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung generativer KI in journalistischen Prozessen.


Der öffentlich-rechtliche Rundfunk trage eine besondere Verantwortung, betont die AGRA. Fehler könnten unmittelbar die Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Deshalb müsse „der Mensch immer über der Maschine stehen“, sagte AGRA-Sprecher Hubert Krech (ZDF) bei der Frühjahrssitzung beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken.


Neben klaren Regeln fordert die AGRA umfassende Schulungen für Mitarbeitende in allen journalistischen Bereichen. Auch ethische Fragen müssten stärker berücksichtigt werden. Journalistische Sorgfaltspflicht habe oberste Priorität.


Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Martin Grasmück, unterstrich die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit KI. Journalistische Glaubwürdigkeit dürfe „in keinem Fall gefährdet werden“. Das journalistische Handwerk bleibe auch künftig zentral.


Zugleich sieht die AGRA in KI sowohl Chancen als auch Risiken. Voraussetzung für den Einsatz sei ein fundiertes Verständnis der Technologie sowie klare Grenzen im redaktionellen Alltag. Gefordert werden zudem konkrete Werkzeuge zur Verifikation von KI-generierten Inhalten.


Kritisch äußert sich die AGRA auch zur Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen aus den USA und China. Stattdessen müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf digitale Souveränität und den Einsatz zertifizierter KI-Systeme unter Berücksichtigung von EU-Richtlinien setzen.


Zwar existieren bereits Transparenzkriterien und erste KI-Richtlinien in den Sendern, doch aus Sicht der AGRA braucht es darüber hinaus klarere Vorgaben und mehr personelle Ressourcen in den Redaktionen.

 

 

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