Vermischtes
Newsroom – Markus Trantow

„Letzte Instanz“ im Verlag: Nils von der Kall über Verantwortung, Wandel und die Zukunft der „Zeit“

„Letzte Instanz“ im Verlag: Nils von der Kall über Verantwortung, Wandel und die Zukunft der „Zeit“ Nils von der Kall (Screenshot: YouTube)

Seit Februar 2026 leitet Nils von der Kall als CEO die „Zeit“. Im ersten Interview nach der Amtsübernahme spricht er über die neue Verantwortung als „letzte Instanz“ im Verlag und seine Pläne für die kommenden Jahre.

Hamburg – Medienmanager Nils von der Kall steht seit 22 Jahren in Diensten der „Zeit“. Im Februar hat er den langjährigen Verlagschef Rainer Esser als CEO abgelöst. Im Video-Interview von turi2 am Rande des Madsack-Kongresses The Future of German Media erklärt er, dass es noch „etwas fundamental anderes“ sei, die „letzte Instanz“ im Unternehmen zu sein. Angesprochen auf seinen Vorgänger Esser erinnert von der Kall an den Optimismus und Unternehmergeist, mit dem Esser alle angesteckt habe. Dadurch sei er „auch heute noch beeinflusst“. Dennoch habe er eigene Gedanken und Ideen und freue sich darauf, diese mit seinem Team umzusetzen.

 

Obwohl die Bilanz der „Zeit“ für 2025 nicht in allen Bereichen ganz so jubelig ausgefallen ist wie noch vor einem Jahr, ist von der Kall zufrieden. Er verweist etwa auf die Aboauflage, die so hoch sei wie noch nie in der Verlagsgeschichte. Seine Lehre daraus, dass es auch bei der „Zeit“ nicht in allen Bereichen aufwärts geht: „Auch wir können uns nicht komplett entkoppeln von einer Konjunktur, die momentan den Werbemarkt ziemlich beeinträchtigt.“

 

Mit Blick auf die Branche und die Gespräche am Rande des Madsack-Kongresses sieht von der Kall bei allen Verlagen die Einsicht, „dass wir uns verändern müssen“. Es sei das Ziel von allen, die er gehört und gesprochen habe, den Qualitätsjournalismus zu erhalten: „Es gibt kein Weiter-so mehr.“

 

Über seine nächsten Schritte verrät von der Kall, dass er in den kommenden Wochen „in allen wesentlichen Geschäftsbereichen“ des Verlags hospitieren werde. Anschließend wolle er „die Weichen stellen, um auch im Jahr 2030 noch erfolgreich zu sein“.

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.