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Newsroom – Georg Taitl

„Lieblingsautor“: Mathias Döpfner gratuliert Henryk M. Broder zum 80. Geburtstag

„Lieblingsautor“: Mathias Döpfner gratuliert Henryk M. Broder zum 80. Geburtstag Mathias Döpfner (r.) mit Henryk M. Broder (l., Foto: Martin U. K. Lengemann/WELT)

Der Axel-Springer-Chef erinnert in einem persönlichen Beitrag an Broders publizistische Anfänge, seine Polemik und Provokation – und schlägt dem Jubilar eine gemeinsame Reise nach Brody vor.

Berlin – Mathias Döpfner hat Henryk M. Broder anlässlich dessen 80. Geburtstags gewürdigt. In einem Beitrag für die „Welt“ bezeichnet der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE Broder als seinen „Lieblingsautor“ und beschreibt seine langjährige Bewunderung für den Publizisten.


Döpfner erinnert zunächst an Broders Buch „Wer hat Angst vor Pornografie? Ein Porno-Report“, das 1967 erschien und sich mit Zensur, Sittenmoral und der Tabuisierung von Sexualität beschäftigte. Zum „richtigen Fan“ sei er 1986 mit Broders Buch „Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls“ geworden. Besonders schätze er an Broder dessen „Dampf“, die Provokation und die Polemik.


Döpfner erklärt zudem, er sei überzeugt, dass eine Demokratie Provokation und Polemik brauche. Nach einer längeren Phase der Bewunderung habe er schließlich begonnen, Broder zu Axel Springer zu holen. Broder sei zunächst zurückhaltend gewesen, arbeite inzwischen aber seit rund 15 Jahren bei der „Welt“.

 

Zu Broders Stil schreibt Döpfner, dieser besitze die seltene Fähigkeit, „selbst die ernstesten, düstersten, deprimierendsten Themen so zu behandeln, dass der Leser am Ende trotzdem lächelt“. Broder schreibe häufig genau das, was Döpfner selbst denke, „nur formuliert er es besser“.


Zum Abschluss schlägt Döpfner Broder eine gemeinsame Reise nach Brody im heutigen Westen der Ukraine vor. Dort sieht er die publizistischen Wurzeln des in Kattowitz geborenen Broder. Die Stadt war im 19. Jahrhundert stark jüdisch geprägt und wurde auch als „galizisches Jerusalem“ bezeichnet. Döpfner war nach eigenen Angaben bereits vor rund zehn Jahren dort.

 

Die ehemalige Synagoge von Brody, die während der NS-Zeit zerstört worden war, sei inzwischen vollständig eingestürzt. Döpfner endet mit dem Vorschlag, gemeinsam nach Brody zu fahren und „anzufangen, sie wieder aufzubauen“ – „auch wenn es nur ein paar Steine sind“.

 

 

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