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Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist zur ORF-Generaldirektion: Clemens Pig bewirbt sich

Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist zur ORF-Generaldirektion: Clemens Pig bewirbt sich Clemens Pig (Foto: APA Fotoservice/Schedl/Leitner)

Der CEO und geschäftsführende Vorstand der APA will, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk publizistisch unabhängiger, digital stärker und organisatorisch effizienter aufstellen.

Wien - Clemens Pig, CEO und geschäftsführender Vorstand der Austria Presse Agentur, hat nun bestätigt, dass er sich um den Posten des ORF-Generaldirektors bewirbt. Er tat dies kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist. Pig gilt als aussichtsreichster Kandidat.

 
Er ließ dazu wissen: „Gerade in einer Zeit tiefgreifender technologischer, gesellschaftlicher und geopolitischer Veränderungen braucht Österreich einen starken, unabhängigen und zukunftsfähigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ich möchte Verantwortung dafür übernehmen, dass der ORF Vertrauen stärkt, Orientierung gibt und seine besondere Rolle im digitalen Zeitalter konsequent weiterentwickelt.“
 
Pig stellt seine Kandidatur unter das Leitmotiv „Ein ORF, dem Österreich vertraut“. Der ORF müsse sich in den kommenden Jahren nicht einfach kleiner, sondern klarer, effizienter und öffentlich besser nachvollziehbar aufstellen: publizistisch unabhängig, organisatorisch einfacher, digital stärker und wirtschaftlich verantwortungsvoll. Im Mittelpunkt stünden dabei nicht Selbstdarstellung oder große Inszenierung, sondern eine ruhige, verbindliche und umsetzungsorientierte Führung.
 
„Die Aufgabe eines ORF-Generaldirektors geht weit über klassisches Medienmanagement hinaus“, so Pig. „Es geht nicht nur um Quote, Reichweite oder kommerzielle Logiken. Der ORF muss mit seiner ganzen Kraft für Public Value, demokratische Orientierung, kulturelle und regionale Identität, digitale Innovation und journalistische Glaubwürdigkeit stehen. Er muss ein öffentliches Haus bleiben – unabhängig von Parteien, Interessen und einzelnen Milieus.“
 
Clemens Pig, Jahrgang 1974, ist seit 2016 Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der APA-Gruppe und machte sie zu einer zentralen Medien- und Informationsinstitution Österreichs mit internationalen Beteiligungen und Standorten in der Schweiz und in Deutschland. Diese Erfahrung will Pig in die Weiterentwicklung des ORF einbringen, wie er in der Aussendung wissen lässt: „Redaktionelle Glaubwürdigkeit und technologische Innovationskraft sind kein Gegensatz. Im Gegenteil: Wer den öffentlich-rechtlichen Auftrag im digitalen Zeitalter ernst nimmt, muss journalistische Qualität, Produktentwicklung, Datenkompetenz und klare KI-Governance zusammenführen. Der ORF muss dort präsent sein, wo Menschen heute Information, Kultur, Bildung, Service und Unterhaltung suchen – aber immer mit klarer Herkunft, redaktioneller Verantwortung und öffentlich-rechtlichem Maßstab.“

 

Ein zentrales Anliegen Pigs ist seiner Aussage nach die Stärkung der redaktionellen Unabhängigkeit und Qualität. Zugleich sei das Publikum die zentrale Stellgröße für die Legitimation des ORF: Der ORF müsse stärker zuhören, erklären und den Dialog mit den Menschen im Land systematisch führen.

 

Unabhängigkeit und Qualität dürften nicht nur behauptet werden, sondern müssten strukturell abgesichert werden: durch klare Standards, transparente Entscheidungswege, professionelle Distanz zu allen Machtzentren und eine Kultur, in der Kritik, Korrektur und Rechenschaft selbstverständlich sind. „Vertrauen entsteht nicht durch Kampagnen. Vertrauen entsteht durch Verhalten“, sagt Pig. „Ein ORF, dem Österreich vertraut, muss fair, plural, sachlich, lernfähig und nachvollziehbar handeln – jeden Tag.“
 
Pig verweist auch auf seine langjährige Erfahrung in nationalen und internationalen Medienstrukturen. Er war Präsident der European Alliance of News Agencies, Präsident der Group39 – Association of Independent News Agencies und ist Vizepräsident des Verwaltungsrats der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vor seiner Tätigkeit in der APA gründete und entwickelte er das Medienanalyseunternehmen MediaWatch – Institut für Medienanalysen.
 
Für die kommende ORF-Funktionsperiode nennt Pig fünf zentrale Aufgaben: wirtschaftliche Stabilität und transparente Governance, Stärkung von Vertrauen, Publikum und öffentlich-rechtlichem Auftrag, digitale Transformation inklusive KI, organisatorische Erneuerung samt transparenter, gleichstellungsorientierter und diskriminierungsfreier Unternehmenskultur sowie Kooperation für den Medienstandort Österreich. „Der ORF braucht keine Pose der Revolution, aber auch keine bloße Fortsetzung des Gewohnten“, so Pig. „Er braucht Erneuerung mit Vertrauen und Vision – und eine Führung, die entscheidet, erklärt, zuhört und umsetzt.“
 
Seine Kandidatur versteht Pig als Angebot an den ORF, an dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an das Publikum und an den Medienstandort: „Der ORF gehört nicht seinen Führungskräften, nicht Parteien und nicht Interessengruppen. Er ist dem Publikum verpflichtet. Diese Verpflichtung ist der Maßstab meiner Bewerbung.“

 

 

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