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„Ostdeutsche Allgemeine“-Chefredakteur geht nach nur vier Ausgaben

„Ostdeutsche Allgemeine“-Chefredakteur geht nach nur vier Ausgaben Dorian Baganz (Foto: APA-Images / dpa / Sebastian Kahnert)

Dorian Baganz geht in der Probezeit. Der Verlag sucht nun eine Nachfolge – möglichst mit ostdeutscher Biografie. Baganz stammt aus Duisburg.

Berlin (KNA) – Nach nur vier Ausgaben sucht die neue „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ (OAZ) einen neuen Chefredakteur. Wie der Verlag am Donnerstagnachmittag mitteilte, ist der bisherige Redaktionsleiter Dorian Baganz auf eigenen Wunsch am selben Tag aus dem Unternehmen ausgeschieden.

 

Mit Blick auf die Nachfolge in der Chefredaktion sagt Dirk Jehmlich, Geschäftsführer des zum Berliner Verlag gehörenden Ostdeutschen Verlags, man prüfe nun verschiedene Optionen „für die nächsten Wachstumsschritte der Redaktion“. In den Gesprächen und Zuschriften der Leserinnen und Leser sei deutlich geworden, „dass sich eine große Mehrheit eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur mit ostdeutscher Biografie wünscht. Dieses Feedback nehmen wir sehr ernst“, so Jehmlich.

 

„Unterschiedliche inhaltliche Vorstellungen“

Baganz, der zuvor unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ und die „taz“ schrieb und zuletzt das Wirtschaftsressort bei der Wochenzeitung „Der Freitag“ leitete, stammt aus Duisburg. Baganz selbst schrieb in einer Mitteilung, er habe am 11. März von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Arbeitsverhältnis noch während der Probezeit zu beenden. „Bei dieser Entscheidung spielten unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung ebenso eine Rolle wie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit“, so Baganz.

 

Die Ausrichtung der von „Berliner Zeitung“-Verleger Holger Friedrich gestarteten „OAZ“ ist umstritten. Altbundespräsident Joachim Gauck sprach beim „The Future of German Media“-Kongress am Donnerstag in Hannover abfällig von einer „Ossi-Postille“. Friedrich sagte bei der gleichen Veranstaltung, das am 20. Februar erstmals mit einer gedruckten wöchentlichen Ausgabe erschienene Blatt sei sehr erfolgreich gestartet. So habe man den eigentlich erst nach zehn Monaten geplanten Break-even bereits nach zehn Tagen erreicht.

 

Nach eigenem Anspruch will die OAZ zum „Leitmedium“ in Ostdeutschland werden, weil die sonstigen überregionalen Zeitungen hier eine „Repräsentationslücke“ hätten, so Friedrich: „Wir sehen uns da eher als Ergänzung. Und weil keiner da ist, ist das auch verhältnismäßig einfach mit der Marktführerschaft.“

 

 

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