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Presserat verhängt so viele Rügen wie nie zuvor

Der Deutsche Presserat hat 2025 insgesamt 102 Rügen ausgesprochen. Nahost-Berichterstattung steht im Zentrum der Kritik.

Berlin – Der Deutsche Presserat hat im Jahr 2025 insgesamt 102 Rügen ausgesprochen – so viele wie noch nie in seiner Geschichte. Im Vorjahr waren es 86. Auch die Zahl der Beschwerden stieg deutlich auf 2.636 nach 2.215 im Jahr zuvor.

 

In 43 Fällen stellte das Selbstkontrollorgan gravierende Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht fest. 30 Rügen betrafen Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes, 21 die unzulässige Vermischung von Werbung und Redaktion. Weitere Entscheidungen ergingen unter anderem wegen Sensationsberichterstattung.

 

Thematischer Schwerpunkt war mit 429 Beschwerden die Berichterstattung über den Nahostkonflikt. Dabei ging es um Kriegs- und Politikberichterstattung sowie um Artikel über Demonstrationen in Deutschland. Besonders viele Eingaben – insgesamt 328 – bezogen sich auf einen Beitrag der „Bild“. Nach dem Tod des Al-Jazeera-Korrespondenten Anas Al-Sharif im Gazastreifen hatte das Blatt getitelt: „Als Journalist getarnter Terrorist in Gaza getötet.“ Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es dafür keine Belege gegeben, so der Presserat, der eine Rüge aussprach.

 

Hinweise auf eine generelle Verschlechterung der Medienqualität sieht das Gremium nach eigenen Angaben nicht. Der Anstieg der Beschwerden und Rügen sei vielmehr auf die gewachsene Bekanntheit des Presserats, eine höhere Beschwerdebereitschaft sowie die zunehmende Zahl digital verfügbarer Inhalte zurückzuführen.

 

 

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