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Reporter ohne Grenzen kritisiert Özil und Gündogan für Erdogan-Foto

„Wer kurz vor der Wahl in der Türkei so prominent mit Präsident Erdogan posiert, muss wissen, dass er einen der weltweit schlimmsten Feinde der Pressefreiheit unterstützt“, sagte Geschäftsführer Christian Mihr.

Berlin (dpa) − Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat den Auftritt der Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. „Wer kurz vor der Wahl in der Türkei so prominent mit Präsident Erdogan posiert, muss wissen, dass er einen der weltweit schlimmsten Feinde der Pressefreiheit unterstützt“, sagte Geschäftsführer Christian Mihr der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Profisportler sollten ihre Bekanntheit lieber dazu nutzen, um sich für die inhaftierten Journalisten in der Türkei einzusetzen.

Özil und Gündogan hatten sich am Sonntag in London gemeinsam mit Erdogan ablichten lassen und überreichten ihm Trikots ihrer Clubs FC Arsenal und Manchester City. Die Fotos wurden von Erdogans Partei auf Twitter veröffentlicht.

Die Medien in der Türkei stehen seit langem unter Druck. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation P24 sitzen in dem Land mehr als 150 Journalisten im Gefängnis. Seit dem gescheiterten Putsch im Jahr 2016, nach dem der Ausnahmezustand verhängt wurden, wurden Dutzende Medienunternehmen geschlossen.

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