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dpa

USA fordern gründliche Untersuchung nach Verschwinden Chaschukdschis

Der Journalist und Regimekritiker Dschamal Chaschukdschi wird schon seit fast einer Woche vermisst.

Washington (dpa) − Nach dem mysteriösen Verschwinden des saudi-arabischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi während oder nach einem Besuch im Konsulat seines Landes in Istanbul haben die USA jetzt von Riad eine „gründliche Untersuchung“ gefordert. „Wir rufen die Regierung Saudi-Arabiens auf, eine gründliche Untersuchung des Verschwindens von Herrn Chaschukdschi zu unterstützen“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo in einer von State Department verbreiteten Erklärung. Die USA erwarteten zudem von Riad Transparenz dieser Untersuchung.

Zuvor hatten sich bereits US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence besorgt über das Verschwinden des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten geäußert, der seit seiner Flucht in die USA auch für die „Washington Post“ gearbeitet hatte.

„Ich bin besorgt“, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er hoffe auf eine positive Lösung. „Im Moment weiß niemand etwas darüber, aber es kursieren einige böse Geschichten. Das gefällt mir nicht.“ Sollten diese Berichte über den Tod Chaschukdschis wahr sein, wäre dies „ein tragischer Tag“, twitterte Pence. „Gewalt gegen Journalisten weltweit ist eine Bedrohung der Pressefreiheit und der Menschenrechte“, schrieb er und forderte Aufklärung. „Die freie Welt hat Antworten verdient.»

Der 59 Jahre alte Journalist und Regimekritiker Chaschukdschi wird schon seit fast einer Woche vermisst. Er betrat das saudi-arabische Konsulat in Istanbul am Dienstag, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, war aber nicht wieder herausgekommen. Nach Dafürhalten türkischer Polizei- und Geheimdienstkreise wurde er im Konsulat ermordet, seine Leiche kurz danach weggebracht. Ankara hat inzwischen ebenfalls den Druck auf Riad zur Aufklärung des Falls erhoht.

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