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KNA

WDR mit Kehrtwende beim Namen des Cosmo-Nachfolgers 1Live Street

An der Umwandlung des interkulturellen Radiosenders Cosmo in 1Live Street gab es in den vergangenen Wochen viel Kritik. Der WDR will daran festhalten, gesteht nun aber bei der Bezeichnung des neuen Angebots Fehler ein.

Köln (KNA) – Nach breiter Kritik nimmt der WDR die Entscheidung für den Namen des Cosmo-Nachfolgers 1Live Street zurück. Der Sender gab am Freitag bekannt, die Resonanz auf die Umbenennung habe gezeigt, dass dieser Titel als diskriminierende Reduzierung vielfältiger migrantischer Lebensrealitäten auf ein einziges, klischeehaft aufgeladenes Bild gelesen werden könne. „Das nehmen wir ernst. Aus diesem Grund werden wir den Namen nicht verwenden.“


Anfang Juni hatte der WDR entschieden, den interkulturellen Radiosender Cosmo in seiner bisherigen Form einzustellen. Der neue Sender 1Live Street sollte als Nachfolger fungieren und sich an eine junge, urbane Zielgruppe und vor allem an Hip-Hop-Fans richten.

 

Die Idee zu dem Namen 1Live Street sei ursprünglich im Kontext dieser Entwicklung eines Hip-Hop-Programms entstanden und habe bei einer Publikumsbefragung hohe Zustimmungswerte erreicht. „Trotzdem hätten wir berücksichtigen müssen, dass ‚Street‘ und ‚Straße‘ gesellschaftlich auch mit Marginalisierung, sozialer Benachteiligung und Ausgrenzung verknüpft werden“, so der WDR. Diesen Kontext und die Realität von Menschen, die von Rassismus betroffen sind, hätte man mitdenken müssen, so der Sender.

 

Neuer Name im Herbst

Der WDR setze sich seit vielen Jahren in seinen Programmen mit struktureller Benachteiligung, Diskriminierung und gesellschaftlicher Vielfalt auseinander. „Umso mehr bedauern wir diesen Fehler“, hieß es.

 

Ein neuer Name für das geplante Programm soll voraussichtlich im Herbst feststehen. Er werde das Ergebnis eines Prozesses sein, bei dem Mitarbeitende ebenso eingebunden sein sollen wie externe Nutzerinnen und Nutzer.

 

Am grundsätzlichen Umbau des Programms will der WDR festhalten – trotz eines rechtlichen Gutachtens, das in dieser Woche zu dem Ergebnis kam, dass die Umwandlung von Cosmo in einen Hip-Hop-Sender für eine junge Zielgruppe gegen das WDR-Gesetz verstoßen könnte. Der Sender hatte nach Veröffentlichung des Gutachtens gesagt, dass man eine andere Rechtsauffassung vertrete und die Umwandlung Teil der Programmfreiheit des Senders sei.

 

 

 

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