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„Zeitung für kommunale Wirtschaft“ erhält European Newspaper Award

„Zeitung für kommunale Wirtschaft“ erhält European Newspaper Award Hauptpreis geht nach Berlin.

KI in Layout und Illustration, aufwändige Visualisierungen und datengetriebene Erzählformen: Der 27. European Newspaper Award macht deutlich, wie stark sich Europas Zeitungen konzeptionell und gestalterisch verändern.

Meerbusch – Beim 27. European Newspaper Award sind Zeitungen aus 22 Ländern ausgezeichnet worden. Der deutsche Hauptpreis geht an die „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ (ZfK). Insgesamt zeigen die prämierten Arbeiten starke Trends zu visuellem Journalismus und zum Einsatz von KI.

 

Ziel des Wettbewerbs ist es, Trends bei Konzept und Design europäischer Zeitungen sichtbar zu machen – in Print wie Online, von Multimedia-Storytelling über Datenjournalismus bis hin zum journalistischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz.


Hauptpreis für die ZfK
Einen der Hauptpreise „European Newspaper of the Year“ erhält in der neu eingeführten Kategorie „Special Title“ die ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft. Die Fachzeitung mit Sitz in Berlin erscheint monatlich und erreicht laut IVW eine Auflage von 18.779 Exemplaren. Die Redaktion besteht aus elf Redakteurinnen und Redakteuren sowie einem Layouter.


Die Jury würdigt die ZfK als leserfreundliches, positiv anmutendes Fachmedium mit klarer Typografie und prägnanter Visualisierung. Die Titelseite setze konsequent auf starke visuelle Aufmacher, auch im Innenteil spiele die grafische Aufbereitung eine zentrale Rolle. Zudem überzeuge das medienkonvergente Design: Print sei das Flaggschiff, die Website entspreche dem typografischen Konzept der Zeitung. Thematisch berichtet die ZfK über Energiepolitik, Versorgung, Umwelttechnik, kommunale Infrastruktur und Verkehr.


Weitere Hauptpreise gehen nach Spanien („La Provincia“, Kategorie Lokalzeitung), Portugal („Público“, überregionale Zeitung) und Griechenland („H Kathimerini“, Wochenzeitung). In der Kategorie Regionalzeitung wurde kein Hauptpreis vergeben.


Jury-Meeting in Frankfurt
Über 3.000 Print- und mehrere Hundert Online-Arbeiten wurden eingereicht. Die Jury, bestehend aus Journalisten, Designern und Wissenschaftlern aus sechs Ländern, tagte Ende Januar in Frankfurt am Main.


Die Teilnehmerzahlen sind leicht rückläufig. Als Grund werden zunehmende Kooperationen von Zeitungen in Europa genannt, die zu weniger eigenständigen redaktionellen Einheiten und damit zu weniger Einreichungen führen.


Zwei erkennbare Trends
Wie in den Vorjahren zeigen sich zwei generelle Entwicklungen: Zeitungen in den Benelux-Ländern und auf der iberischen Halbinsel setzen stark auf visuellen Journalismus mit aufwändigen Bildstrecken, Infografiken und magazinartigem Layout.


In Deutschland und der Schweiz dominieren dagegen vertiefte Berichterstattung und ein elegant-seriöses Erscheinungsbild, das an Wochenzeitungen erinnert. In Themenschwerpunkten oder Wochenendausgaben werden Inhalte jedoch ebenfalls großzügig und kreativ visualisiert.


KI im Layout und in der Visualisierung
Der Einsatz von KI nimmt zu. Einige Häuser nutzen KI bereits zur automatisierten Seitengestaltung. Die Ergebnisse gelten als professionell, jedoch bislang noch nicht als besonders kreativ.


Ausgezeichnete Beispiele für KI-gestützte Visualisierung kommen unter anderem aus Belgien, Spanien und Deutschland. So experimentiert die „Ludwigsburger Kreiszeitung“ mit KI-gestützter Bearbeitung markanter Stadtansichten. Die „Rheinische Post“ bietet mit „Yummy“ einen KI-basierten Gastro-Ratgeber an. Die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung nutzen KI für Illustrationen in einer neuen Print- und Online-Sektion.


Neue Kategorie „Impact“
Erstmals wurde zudem die Kategorie „Impact“ vergeben, die besonders erfolgreiche Projekte mit starkem Nutzer- oder Abonnentenzuwachs auszeichnet. Prämiert wurden ein Podcast des dänischen „Kristeligt Dagblad“, der Platz eins der nationalen Podcast-Charts erreichte, sowie die niederländische Zeitung „NRC“ für ihre tägliche Video-Produktion auf TikTok und Instagram, die zu einem deutlichen Nutzeranstieg führte.


Preisverleihung in Wien
Die Preisverleihung findet beim European Publishing Congress am 17. und 18. Juni 2025 im Palais Niederösterreich in Wien statt. Dort stehen neben der Award-Zeremonie auch strategische Fragen zur Zukunft der Branche auf dem Programm – insbesondere Praxisbeispiele zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Redaktionen sowie Diskussionen über zukunftsfähige Geschäftsmodelle, Plattformabhängigkeit und den Schutz eigener Inhalte. Ziel ist es, internationale Zeitungstrends sichtbar zu machen und den fachlichen Austausch in Europa zu stärken.

 

 

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