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„Zeit“ setzt auf TikTok: 96 Millionen Views im Januar

„Zeit“ setzt auf TikTok: 96 Millionen Views im Januar Friederike Schiller (Foto: Zeit)

Für Friederike Schiller vom Hochkant-Ressort zeigt der Erfolg auf TikTok, welches Potenzial die Plattform für Journalismus hat. Im Podcast spricht sie über die Strategie der Zeitung – und warum es ein Fehler wäre, TikTok zu ignorieren.

Berlin – Die „Zeit“ erreicht auf der Video-Plattform TikTok inzwischen ein großes Publikum. Allein im Januar 2026 zählte der Kanal der Zeitung 96 Millionen Views. „Da sind wir mit der ,he New York Times‘ auf einem Platz“, sagt Friederike Schiller, Leiterin des Hochkant-Ressorts der „Zeit“, im Podcast-Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow.


In dem 45-minütigen Interview, das im Podcast-Studio der „Zeit“ in Berlin aufgezeichnet wurde, gibt Schiller Einblicke in die TikTok-Strategie der Redaktion. Der Auftritt auf der Plattform sei eine bewusste Entscheidung gewesen: Zum einen wolle man populistischen Parolen nicht das Feld überlassen, zum anderen junge Nutzerinnen und Nutzer zwischen 18 und 24 Jahren mit der Marke „Zeit“ vertraut machen.

 

„Wenn wir TikTok einfach weglassen würden, würden wir uns in zehn Jahren wahrscheinlich tierisch ärgern“, sagt Schiller. Sie glaubt, dass etwa der Axel Springer-Konzern mit seiner strikten No-China- und No-TikTok-Policy Chancen verpasse.

 

Auf TikTok sei die Reichweite weniger von der Zahl der Follower abhängig als etwa bei Instagram. Entscheidend sei vor allem der Algorithmus. „Wir haben jedes Mal die Möglichkeit, dass ein Video total durch die Decke geht oder dass es total bombt“, sagt Schiller. In der Praxis funktionierten bei der „Zeit“ vor allem politische Inhalte, während Tiervideos kaum Klicks brächten.

 

Der TikTok-Kanal der „Zeit“ liefert dem jungen Publikum vor allem „News, Popkultur & Wissenswertes“. Aktuell folgen ihm rund 423.000 Menschen, insgesamt haben Nutzerinnen und Nutzer die Beiträge bereits 27,5 Millionen Mal mit „Gefällt mir“ markiert.

 

 

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