Mannheim – manchmal kommt einem etwas komisch vor, was völlig normal ist. Beispielsweise die Konjugation des Verbs „röntgen". Dieses geht auf den Erfinder der gleichnamigen Strahlen zurück, den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923). Die Bezeichnung hat 1896 der Schweizer Anatom A. v. Kölliker eingeführt. 1929 stand sie erstmals im Rechtschreibduden.
Und so werden die häufigsten Formen konjugiert:
Präsens Indikativ:
ich röntge
du röntgst
er röntgt
wir röntgen
ihr röntgt
sie röntgen
Präteritum Indikativ:
ich röntgte
du röntgtest
er röntgte
wir röntgten
ihr röntgtet
sie röntgten
Dazu gibt es auch einen Imperativ (Befehlsform):
Singular:
röntge!
Plural:
röntgt!
Das Passiv Präsens lautet:
ich werde geröntgt
du wirst geröntgt usw.
Zur Beruhigung: Von dieser Kolumne geht keine Strahlenbelastung aus!
In der Sprachfalle vom nächsten Freitag betrachten wir das schwierige Verb verhindern.
Die vom vergangenen Freitag beschäftigte sich mit dem Verb kosten.
Stephan Töngi ist beim „Mannheimer Morgen“ für die Qualitätssicherung zuständig. Zuvor arbeitete er in der Politikredaktion als Redakteur sowie stellvertretender Ressortleiter. Bei seiner Tätigkeit begegnen ihm typische Schreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler. Mit seiner wöchentlichen Kolumne möchte er Kolleginnen und Kollegen davor bewahren, in die Fallen der deutschen Sprache zu tappen.
Stephan Töngi gibt Sprachtipps für Journalisten.