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Print vom 22.08.2012

Kahlschlag in Düsseldorf: "Westdeutsche Zeitung" entlässt knapp ein Fünftel aller Mitarbeiter

Ein aufwendiges Markt- und Strukturprogramm hat der Verlag W. Girardet GmbH & Co KG auf die Beine gestellt. Bittere Konsequenz - wie Geschäftsführer Kersten Köhler NEWSROOM bestätigte, haben 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionshauses - das Blatt erscheint seit 1887 - Anfang der Woche ihre Kündigungen erhalten. Die Krise bei den Tageszeitungen zieht weitere Kreise.

Düsseldorf - Im Heimatmarkt Wuppertal ist die "Westdeutsche Zeitung" ohne Konkurrenz, gegen Marktführer "Rheinische Post" konnte sich die "WZ" in Düsseldorf aber nie durchsetzen.

Seit Jahren kooperieren die beiden Häuser intensiv, die "RP" druckt die "WZ" und besorgt die Verteilung, gemeinsam geben die Häuser auch Anzeigenblätter heraus. Gemeinsam mit dem Kölner DuMont-Verlag gibt die "WZ" zudem den "Düsseldorfer Express" heraus.

Kernmärkte der "Westdeutschen Zeitung" sind neben Wuppertal und Düsseldorf der Niederrhein (Krefeld) und das Bergische Land. 

Kündigungen als Reaktion auf den Wandel in der Medienbranche 

Standen bei der "Westdeutschen Zeitung" Ende 2009 noch über 300 Frauen und Männer in Lohn und Brot, werden es Ende dieses Jahres nur noch knapp 200 Personen sein, die für die "Westdeutsche Zeitung" arbeiten. 

"Wir haben ein Markt- und Strukturprogramm aufgestellt, um auf den Wandel in der Medienbranche zu reagieren", sagte Geschäftsführer Kersten Köhler im NEWSROOM-Gespräch. Verkaufte die "Westdeutsche Zeitung" 2002 noch über 160.000 Exemplare, sind es heute noch 102.200 Exemplare - ein Minus von über 36 Prozent in zehn Jahren. 

Köhler sagte zu NEWSROOM, dass sich das Haus auf den Kernmarkt konzentrieren will, "wir glauben an eine wirtschaftliche Stärkung". So möchte der Verlag weitere, lokale Print- und Online-Produkte anbieten, "wir wollen eine zielorientierte Angebotsbreite erreichen", erklärte Köhler. Welche Produkte geplant sind, lässt Köhler allerdings noch offen. 

Die gekündigten Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, ab dem 1. November in eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. 

Wer als Dienstleister die bisher im eigenen Haus betriebenen Aufgaben übernimmt, sei noch nicht entschieden, so Kersten Köhler.

Bülend Ürük

Ihre Meinung zur Entwicklung bei der "Westdeutschen Zeitung" und auch über Entwicklungen in Ihrem Haus - gerne auch vertraulich - bitte per Email an chefredaktion@newsroom.de.

Hinweis: In einer ersten Version hatten wir berichtet, dass die Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft ab dem 1. Dezember eingesetzt wird. Die Mitarbeiter erhalten aber bereits ab dem 1. November 2012 die Möglichkeit, in die neue Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. B.Ü.

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