Frankfurt – Der Bayerische Rundfunk hat mit der Dokuserie „Kings of Scam – Millionen mit Fake-SMS“ den ersten Platz beim Helmut Schmidt Journalistenpreis 2026 belegt. Den zweiten Preis erhielt der „Spiegel“ für eine investigative Recherche über den ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek. Auf Platz drei landeten Felix Holtermann und Thomas Jahn vom „Handelsblatt“ mit ihrer Berichterstattung über den US-Softwarehersteller Palantir. Das teilte die ING Deutschland mit, die den Preis zum 31. Mal vergibt.
Erster Preis für „Kings of Scam“
Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an die „team.recherche“-Dokuserie „Kings of Scam – Millionen mit Fake-SMS“ des Bayerischen Rundfunks. Die mehrteilige Produktion untersucht die Strukturen organisierter Online-Betrugsnetzwerke und zeigt, wie diese vorgehen.
Die Jury hob besonders die Perspektive auf die Betroffenen hervor. Die Dokumentation stelle die Opfer nicht als leichtgläubige Geschädigte dar, sondern mache ihre persönlichen Erfahrungen nachvollziehbar. Auch die Einbindung der recherchierenden Journalistinnen und Journalisten in die Erzählung sowie die transparente Darstellung ihrer Arbeit überzeugten die Jury.
„Spiegel“ für Marsalek-Recherche ausgezeichnet
Der zweite Preis, dotiert mit 10.000 Euro, ging an den „Spiegel“ für die Recherche „Der Spion, der in die Kälte ging“. Darin zeichnet das Rechercheteam nach, wie es gelang, den flüchtigen ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek in Moskau aufzuspüren.
Die Jury würdigte die internationalen Kooperationen, den Einsatz moderner Recherchemethoden und die Beharrlichkeit des Teams. Die Arbeit liefere neue Erkenntnisse zu einem der größten deutschen Wirtschaftsskandale.
„Handelsblatt“-Journalisten recherchieren zu Palantir
Felix Holtermann und Thomas Jahn erhielten den mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis für ihre „Handelsblatt“-Berichterstattung unter dem Titel „Die Geheimnisse von Palantir“.
Die beiden Journalisten untersuchten den US-Softwarehersteller, dessen Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und die Rolle von Unternehmenschef Alex Karp. Besonders hob die Jury den exklusiven Zugang, die Aufbereitung der Recherchen und ein Interview mit Karp hervor.
Fellowship für Luisa Wick
Das HSJP Fellowship 2026 erhielt die freie Journalistin Luisa Wick für eine geplante investigative Recherche zur Krankenhauskrise in Deutschland. Sie will unter anderem untersuchen, wie mit öffentlichen Mitteln bei wirtschaftlich angeschlagenen Krankenhäusern umgegangen wird.
Das mit 15.000 Euro dotierte Fellowship umfasst neben einem Stipendium der ING Deutschland ein Mentoring durch die freien Journalisten Felix Rohbeck und Oliver Schröm. Es richtet sich an junge Journalistinnen und Journalisten, die eine kritisch-konstruktive Recherche crossmedial umsetzen möchten.
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