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Wim Wenders gründet Stiftung für sein Gesamtwerk

Der berühmte Filmemacher verwirklichtet damit einen Lebenstraum. Aus Düsseldorf berichtet Kathrin Aldenhoff.

Düsseldorf (dapd-nrw) - Der Filmemacher Wim Wenders will sein Gesamtwerk der Allgemeinheit zugänglich machen. Aus diesem Grund habe er eine Stiftung mit Sitz in Düsseldorf gegründet, in der sein Werk zusammengeführt werden soll, sagte Wenders am Freitag. "Es war schon lange ein Traum, dass mein Werk nicht mehr in Privatbesitz ist, sondern der Allgemeinheit gehört." Unterstützt haben das Projekt unter anderem die Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen.

Die Stiftung soll sowohl sämtliche Filme und Drehbücher als auch Wenders literarisches und fotografisches Werk pflegen und erhalten. Außerdem habe er in seiner Heimatstadt Düsseldorf als Maler gearbeitet, sagte Wenders. Auch diese Werke führe die Stiftung zusammen. In einem ersten Schritt kauft die Organisation bis Ende des Jahres die Rechte an 50 Filmen, die sich noch in Fremdbesitz befinden. Insgesamt werden dafür 1,8 Millionen Euro benötigt. Die Finanzierung setzt sich den Angaben zufolge zusammen aus Mitteln der Stadt Düsseldorf, des Landes, der Kulturstiftung der Länder und privaten Mitteln.

Wenders kümmert sich selbst um Auswahl der Stipendiaten

Aufgabe der Stiftung sei unter anderem, ältere Produktionen wie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" zu restaurieren und für die Forschung zur Verfügung zu stellen, sagte Wenders. Außerdem sollen junge Filmemacher eine Förderung erhalten. Er werde sich selbst in enger Abstimmung mit der Film- und Medienstiftung NRW um die Auswahl der Stipendiaten kümmern. "Wir fördern damit die Entwicklung einer neuen Filmsprache", kündigte der Filmemacher an.

Der Medienstaatssekretär des Landes NRW, Marc Jan Eumann, sagte, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (beide SPD) habe das Projekt zu einer ihrer Herzensangelegenheiten gemacht. Die Stiftung werde das Kulturland NRW nachhaltig bereichern.

Zusammenarbeit mit Filmmuseum und Museum Kunstpalast

Die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller, sagte, einige Filme von Wenders seien zu Kultfilmen geworden und gehörten zum kollektiven Gedächtnis. In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Düsseldorf solle eine Retrospektive der Wim-Wenders-Filme entstehen und mit dem Museum Kunstpalast werde über eine Fotoausstellung nachgedacht. Der Generaldirektor des Museums Kunstpalast, Beat Wismer, sagte, er freue sich auf den Zugriff auf die Fotos des Regisseurs, denn: "Die Filme von Wim Wenders waren sehr prägend für mich."

Der Sitz der Stiftung in Düsseldorf ist bewusst gewählt. "Ich bin hier groß geworden. Das prägt einen", sagte Wenders. Er lebt mit seiner Ehefrau seit sieben Jahren in Berlin und kündigte an: "Wir werden einen Teil unseres zukünftigen Lebens auch in Düsseldorf verbringen." Sein Gesamtwerk will Wenders weiter ergänzen: "Ich bin ein bekennender Workaholic." Gerade habe er eine Serie von 3D-Filmen mit dem Titel "Kathedralen der Kultur" beendet.

Kathrin Aldenhoff