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Sudanesische Sicherheitsbehörden schließen Zeitung

Wie die "Sudan Tribune" am Mittwoch berichtete, ist Chefredakteur Al-Tayib Mustafa ein Onkel des sudanesischen Präsidenten Omar Al-Baschir.

Nairobi/Khartum (dpa) - Sudanesische Sicherheitsbehörden haben die als regierungsfreundlich geltende Zeitung "Al-Intibaha" auf unbestimmte Zeit zur Einstellung der Arbeit gezwungen. Wie die "Sudan Tribune" am Mittwoch berichtete, ist Chefredakteur Al-Tayib Mustafa ein Onkel des sudanesischen Präsidenten Omar Al-Baschir. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden begründete die Zeitungsschließung nach Angaben des Staatlichen Medienzentrum mit der "negativen Haltung" zur Einheit des Sudans. In der Zeitung sei für eine Teilung des Landes geworben worden.

Mustafas Sohn war als Soldat sudanesischer Regierungsmilizen in den 90er Jahren während des Bürgerkriegs getötet worden. Die Bevölkerung des teilautonomen Südsudan entscheidet Anfang kommenden Jahres in einer Volksabstimmung über den Verbleib beim Norden oder die Gründung eines unabhängigen Staats. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich die überwiegend schwarzafrikanischen Bewohner des Südens nach jahrelangem Bürgerkrieg mit dem arabischstämmigen Norden für einen eigenen Staat aussprechen. Angesichts reicher Ölvorkommen im Süden ist die Regierung in Khartum stark an einem geeinten Sudan interessiert.