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Funke Mediengruppe schließt Druckzentrum in Thüringen - 120 Mitarbeiter betroffen

Der Kostendruck im Gesamtkonzern ist einfach zu hoch. Mit der Begründung, "die Zeitungsgruppe Thüringen zukunftsfähig aufzustellen und Arbeitsplätze nachhaltig" zu sichern, hat die Funke Mediengruppe (früher WAZ Mediengruppe) das Ende für ihr Druckzentrum im thüringischen Löbichau offiziell verkündet.

Berlin - Bis zu 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Doch die Funke-Pläne gehen noch viel weiter.

Bereits seit 1993 werden in der Gemeinde Löbichau nahe Gera Tageszeitungen und Anzeigenblätter gedruckt - unter anderem zwölf Ausgaben der "Ostthüringer Zeitung" (OTZ), drei Ausgaben der "Thüringer Allgemeine" (TA) und zwei Ausgaben der "Thüringischen Landeszeitung" (TLZ).

Spätestens zum 31. Dezember 2013 will die Zeitungsgruppe Thüringen das OTZ-Druckzentrum für immer schließen. Das wurde am Dienstag um 13 Uhr der Belegschaft mitgeteilt, die wütend, enttäuscht und ratlos die Nachricht der Geschäftsführung aufgenommen hat.

In einer Nachricht an die Mitarbeiter, die Newsroom.de vorliegt, erklärt die Geschäftsfürung ihre Entscheidung so: "Wenngleich in Löbichau von Sonntag bis Freitag jede Nacht Ausgaben der OTZ und TLZ sowie verschiedene regionale Anzeigenblätter und Fremdaufträge gedruckt werden, ist die Druckerei nicht ausgelastet: Alleine das Druckvolumen für die Zeitungstitel der ZGT ist seit Inbetriebnahme 1993 um fast 50 Prozent zurückgegangen.

Daher ist es betriebswirtschaftlich notwendig, die vorhandenen Kapazitäten besser auszulasten. Dies wird zu einer höheren Kostendeckung für das Gesamtunternehmen ZGT führen. Deshalb werden die bisher in Löbichau gedruckten Ausgaben der OTZ und TLZ mit der Schließung des Druckzentrums in Löbichau zu einem Großteil im TA-Druckhaus in Erfurt mitgedruckt. Zudem wird der Druck einiger OTZ Ausgaben in die Druckerei des Chemnitzer Verlags ausgelagert."

"Arbeitsförderungsmaßnahmen" geplant

In der Abschlussformel greift die Geschäftsführung erneut auf die beliebte Losung, das Unternehmen nachhaltig für die Zukunft zu sichern, zurück: "Die Entscheidung, das Druckhaus in Löbichau zu schließen, ist niemandem leicht gefallen, zumal die Belegschaft des OTZ-Druckzentrums in den zurückliegenden Jahren im besonderen Maße Flexibilität und Leistungsbereitschaft gezeigt hat. Um die Zeitungsgruppe Thüringen jedoch zukunftsfähig aufzustellen und Arbeitsplätze nachhaltig sichern zu können, lässt sich dieser Schritt nicht vermeiden."

Für die betroffenen Mitarbeiter sind "Arbeitsförderungsmaßnahmen" geplant.

Mit der Schließung der Druckerei in Löbichau wird es in Zukunft nur noch eine Tageszeitungsdruckerei in Thüringen geben, das von der Funke Mediengruppe betriebene Druckhaus Erfurt. Bereits im Jahr 2010 hatte das "Freie Wort" in Suhl seine eigene Druckerei aufgegeben.

Die Pläne bei der Zeitungsgruppe Thüringen für das dann einzige Druckzentrum gehen aber weiter. Nach Newsroom.de-Informationen soll das immer wieder auf neuerem Stand gebrachte Erfurter Druckzentrum einem modernen Bau weichen.

Noch engere Zusammenarbeit der Redaktionen

Auch die Redaktionen der drei Funke-Zeitungen in Thüringen, die "Thüringer Allgemeine", die "Ostthüringer Zeitung" und die "Thüringische Landeszeitung", sollen zukünftig noch stärker zusammenarbeiten. Ein Austausch über Ressorts und Titel findet bereits heute statt. Wenn sich aber im August der erste Chefredakteur der drei Zeitungen, Honorarkonsul Hans Hoffmeister bei der "Thüringischen Landeszeitung", in den Ruhestand verabschiedet, könnte es durchaus passieren, dass die Position doch nicht nachbesetzt wird.

Nichts würde dagegen sprechen, heißt es in dem Unternehmen, dass zukünftig nur noch ein Chefredakteur drei Blätter führt, dabei unterstützt von seinen Stellvertretern.

Wer es machen könnte? Ein Name wird in Essen ebenfalls schon genannt: Paul-Josef Raue, seit Ende 2009 Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen".

Bülend Ürük

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