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Funke Mediengruppe: Weitere Entlassungen als Antwort auf verändernde Märkte

Die "strategisch richtige Antwort" der Funke Mediengruppe auf "stetig rückläufige Auftragsstückzahlen"? "Eine flachere Organisationsstruktur". Heißt - weitere Entlassungen, diesmal wieder einmal im Kernland Nordrhein-Westfalen, diesmal im Anzeigenbereich: "um effizienter unsere Kunden ansprechen zu können".

Essen - Genau so steht es in einem Mitarbeiterbrief, der Newsroom.de vorliegt. Entlassen werden 45 Mitarbeiter aus dem Anzeigenbereich. Mit den Entlassungen einher geht ein Neukonzept bei der Vermarktung. In Zukunft sollen die Medienberater alles aus einer Hand anbieten - egal, ob "Stadtspiegel" oder "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", sie sollen einen "crossmedialen Ansatz" verfolgen.

Schon seit Wochen wabern im früheren WAZ-Konzern die Gedanken, dass auch der Anzeigenbereich wie alle Unternehmensarme neu aufgestellt werden soll. Wenn sich nicht genügend freiwillig verabschieden möchten, schreckt die Geschäftsführung auch vor den früher, zu Zeiten von Brost-Funke undenkbaren betriebsbedingten Kündigung nicht zurück.

Im Gegenteil, in dem Schreiben an die "lieben Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter" heißt es explizit: "Sollte es jedoch nicht gelingen, bis zum 14. Juni 2013 auf freiwilliger Basis die neue Organisation mit vermindertem Personal umzusetzen, müssen leider betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden."

Interessant fällt auch die Begründung aus, die kürzlich bei einer turbulenten Mitarbeiter-Versammlung einer erstaunten Belegschaft vorgestellt wurde: "Um die Märkte noch besser und gezielter ausschöpfen zu können und kürzere Kommunikationswege zu schaffen, wird die Struktur der Führungsebene in Essen neu organisiert. Ziel ist es, für die einzelnen Märkte der Tageszeitungen und Anzeigenblätter, die lokal vollkommen unterschiedlich sind, jeweils die beste Strategie zu finden und um auf weitere Marktveränderungen flexibler als heute reagieren zu können, auch im digitalen Geschäft."

Und natürlich heißt es in dem Schreiben auch: "Die Antwort der WAZ Zeitungsgruppe NRW GmbH auf die sich verändernden Märkte im nationalen und überregionalen Bereich verfolgt einen crossmedialen Ansatz. Das Denken in den Gattungen "Anzeigenblatt“, „Tageszeitung" und „Digital“ gehört dabei der Vergangenheit an. Alle Medien sollen je nach Bedarf des Werbekunden eingesetzt werden, um seine Botschaft zielgenau an die richtigen Empfänger zu bringen."

Erst am Dienstag hatte die Zeitungsgruppe Thüringen, die zur Funke Mediengruppe gehört, die Aufgabe ihres Druckzentrums in Löbichau bei Gera bekanntgegeben. Bis zu 120 Mitarbeiter müssen sich dort eine neue Arbeit suchen.

Bülend Ürük

Bei der Funke Mediengruppe passiert unheimlich viel. Sie haben Informationen, Tipps, Themen? Ihre Einschätzungen - natürlich auch vertraulich - bitte per Mail direkt an chefredaktion@newsroom.de . Nachrichten über WhatsApp bitte an 0049-176-38928791, auf Twitter erreichen Sie uns unter Newsroom_News sowie buelend.

NEWSROOM-Hinweis: In einer ersten Version hatten wir geschrieben, dass die Thüringer Zeitungen der Funke Mediengruppe nicht über die Schließung des Druckzentrums zeitnah berichtet hätten. Wie uns ein Leser aus Thüringen meldet, hat die "Ostthüringer Zeitung" bereits am Mittwoch in einem fünfspaltigen Artikel über das Ende der Druckerei berichtet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. B.Ü.